Arthrose in den einzelnen Gelenken

Arthrose kann in verschiedenen Gelenken auftreten. Lies in diesem Artikel, welche dies sein können, mit welchen Symptomen die Erkrankung einhergeht und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Eine frühzeitige Therapie ist bei jeder Arthrose wichtig, um den Fortschritt einzudämmen und die Beschwerden zu lindern.

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Arthrose kann ich den verschiedensten Gelenken auftreten. Hier findest du eine Übersicht über die typischen Formen der Arthrose und den Gelenken, die davon betroffen sind.

Arthrose in den Knien

Von der Arthrose im Knie, die auch als Gonarthrose bezeichnet wird, sind viele Menschen betroffen, da die Knien ständig großen Belastungen ausgesetzt sind. Das Risiko, im Laufe seines Lebens daran zu erkranken, liegt bei mehr als 40 Prozent. 70 Prozent der 50-Jährigen haben Anzeichen einer Kniegelenksarthrose. Um starke Schmerzen und Bewegungsbeeinträchtigungen zu verbessern und operative Eingriffe wie einen künstlichen Gelenkersatz zu verhindern oder zu verzögern, ist eine rechtzeitige Behandlung sehr wichtig.

Stärke, Auswirkung und Ausprägung der Kniearthrose

Bei der Arthrose im Knie handelt es sich um einen vorzeitigen, zunächst einmal schmerzfreien Verschleiß der Knorpelschicht im Kniegelenk. Im Endstadium kommt es bei fast allen Betroffenen zu starken Knieschmerzen und einer Versteifung des Kniegelenks. Letztere kann lediglich durch eine Knieprothese behandelt werden. Schlimmstenfalls ist sogar der Verlust des Kniegelenks möglich. Dies zeigt, wie wichtig eine frühzeitige geeignete Therapie ist, denn das natürliche Kniegelenk soll natürlich möglichst lange erhalten bleiben, im besten Fall lebenslang. Ein Facharzt für Orthopädie ist der richtige Ansprechpartner. Er kann anhand einer Untersuchung des Gelenks, bildgebenden Verfahren wie Röntgen, Computer- oder Kernspintomographie eine Diagnose stellen.

Symptome der Kniearthrose

Typisch sind Anlaufschmerzen, beispielsweise morgens nach der Nachtruhe und nach einem längeren Sitzen. Mit zunehmendem Verlauf der Erkrankung kommen auch bei Bewegung Knieschmerzen hinzu. Entzündliche Prozesse sind ebenfalls im Kniegelenk möglich, die Schwellungen und Ruheschmerzen begünstigen. Im Spätstadium der Kniearthrose kommt es zu schmerzhaften Blockaden des Kniegelenks. Es schwillt an und Flüssigkeit wird eingelagert. Es zeigen sich Knochenveränderungen und Fehlstellungen.

Behandlung der Kniearthrose

Bei akuten Beschwerden kommen meist schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente sowie spezielle Knorpelnährstoffe zum Einsatz. Auch gezielte Gymnastik kann dabei helfen, Muskelverkürzungen oder Spannungen zu lösen, die Beweglichkeit der Gelenke zu stärken und zu erhalten sowie die Schmerzen zu lindern. Sinnvoll sind zudem physikalische Therapien wie Kälte bei akuten Schmerzen und Wärme im chronischen Stadium, Strom- und Ultraschallbehandlungen. Geeignete, kiniefreundliche Sportarten sind Radfahren, Schwimmen, Wassergymnastik und Wandern. Die Vermeidung der Bewegung ist der falsche Weg. Das Gewicht des Körpers sollte jedoch nicht auf den Knien lasten. Übergewicht belastet auch die Gelenke und sollte daher abgebaut werden.


Arthrose in der Hüfte

Bei der Hüftarthrose, die auch als Coxarthrose bezeichnet wird, ist das Hüftgelenk degenerativ erkrankt. Die Knorpeloberfläche der Hüftpfanne sowie des Hüftkopfes sind verschlissen. Der Gelenkknorpel wird fortschreitend abgeschliffen. Zu den Ursachen gehören Fehlbelastungen, Übergewicht, hormonell bedingte Faktoren und eine familiäre Häufung.

Auswirkungen und Ausprägungen der Hüftarthrose

In Deutschland leiden rund fünf Prozent der über 60-jährigen an den Beschwerden der Hüftarthrose. Dabei sind Frauen häufiger betroffen als Männer, denn der Gelenkknorpel ist bei ihnen weniger belastbar und insbesondere in den Wechseljahren schneller abgebaut. Die Hüftgelenksarthrose verläuft Jahre lang unerkannt, denn es treten zunächst einmal keine Beschwerden auf. Meist zeigen sich diese erst nach dem 50. Lebensjahr.

Symptome der Hüftarthrose

Im Laufe der Zeit äußert sich die Hüftarthrose durch massive Schmerzen, zunächst nur unter Belastung, doch später auch im Ruhezustand, Bewegungseinschränkungen im Bereich des Hüftgelenks und
Muskelverspannungen. Die Erkrankung wird in verschiedene Schweregrade eingeteilt:

  • Grad 0: Gelenkflächen sind noch glatt und intakt und der Knorpel ist elastisch.
  • Grad 1: Knorpeloberfläche ist aufgeraut und der Knorpel in der Masse oftmals schon vermindert und weicher.
  • Grad 2: Gelenkknorpel ist sichtbar beschädigt, der Knorpelüberzug aber noch intakt.
  • Grad 3: Der Knorpel ist deutlich geschädigt.
  • Grad 4: Der Knorpel ist vollständig abgenutzt und der Knochen bereits sichtbar. Es kommt zum Verlust der Bewegung und häufig dauerhaften Schmerzen.

Behandlung der Arthrose in der Hüfte

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In Deutschland werden jedes Jahr bis zu 150.000 Hüftprothesen eingesetzt. Dies verdeutlicht, wie wichtig eine frühzeitige Behandlung ist. Der Hausarzt kann bei einem entsprechenden Verdacht an einen Orthopäden überweisen. Bei akuten Beschwerden sind schmerz- und entzündungshemmende Medikamente hilfreich. Physikalische Maßnahmen wie Wärme- oder Kältebehandlungen fördern die Durchblutung und versorgen die Gelenkstrukturen auf diese Weise mit wichtigen Nährstoffen. Krankengymnastik kann die Funktions- und Bewegungseinschränkungen des Gelenks lindern und das Fortschreiten verlangsamen. Bewegungsmangel schadet dem Hüftgelenk, doch es kommt auf die richtige Bewegung an. Zu den geeigneten Sportarten, die einer Abnutzung des Knorpels entgegenwirken können, gehören Radfahren, Schwimmen und Walking. Eine übermäßige Belastung des ohnehin bereits geschädigten Hüftgelenks gilt es zu vermeiden. Übergewicht sollte abgebaut werden, denn dieses verschlimmert und beschleunigt die Veränderungen.


Arthrose in der Schulter

Die Schulterarthrose, die auch als Omarthrose bezeichnet wird, ist eine Verschleißerscheinung des Schultergelenks. Kennzeichnend ist der zunehmende Knorpel- und Knochenabrieb. Arthrotische Veränderungen im Schultergelenk treten insbesondere im höheren Lebensalter auf. Die Erkrankung verläuft in Schüben. Zwischen dem Früh- und Spätstadium liegen meistens viele Jahre.

Symptome und Ausprägungen der Schulterarthrose

Zu den Beschwerden gehören Schmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit, die sich allmählich einstellen und mit der Zeit zunehmen. Typisch sind bewegungsabhängige, stechende Schmerzen in der Schulter und im Oberarm, Nachtschmerzen und meistens eine Einschränkung der Armbeweglichkeit. Bei einer entzündlichen Schultergelenksarthrose kann es außerdem zu einer Überwärmung des Gelenks und Schwellungen kommen. Im Spätstadium ist der Knorpelabrieb fortgeschritten. Die Bewegungen sind schmerzhaft, auch im Ruhezustand und nachts. Der natürliche Gelenkspalt ist im Endstadium nicht mehr vorhanden und das Gelenk ist nahezu eingesteift, dafür schmerzfrei. Der Einsatz einer Gelenkprothese wird notwendig.

Behandlung einer Schulterarthrose

Die Behandlung hängt vom Ausmaß des Verschleißes und von der Einschränkung ab. Im Anfangsstadium genügt zur Linderung der Beschwerden und Erhaltung der Beweglichkeit meistens eine konservative, also nicht operative Behandlung mit schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten, Salben, Krankengymnastik sowie Wärme- oder Eisanwendungen. Im fortgeschritteneren Stadium sind oftmals zusätzliche Spritzen notwendig. Durch Kortison-Injektionen kann die Entzündung unterdrückt und durch Hyaluronsäure-Spritzen die Schmierung des Gelenks verbessert werden.

Künstliches Schultergelenk bei Schulterarthrose

Bleiben die konservativen Maßnahmen erfolglos, ist eine Arthroskopie möglich, um Entzündungsstoffe aus dem Gelenk auszuspülen und mechanisch störende Strukturen zu entfernen. Manchmal kann bei einer fortgeschrittenen Arthrose ein künstliches Schultergelenk nicht verhindert werden. Die Erkrankung lässt sich nicht vollständig heilen, da verlorene Knorpelmasse nicht regenerierbar ist, doch der Verlauf der Arthrose kann durch eine geeignete Behandlung abgemildert werden. Patienten mit Verdacht auf eine Schulterarthrose sollten daher früh eine orthopädische Beratung aufsuchen. Je früher die Therapie beginnt, umso besser kann der Gelenkverschleiß kontrolliert werden. Ein Schulterexperte kann den Abrieb der Gelenkknorpelbeläge frühzeitig diagnostizieren und behandeln, um den Einsatz einer Gelenkprothese maßgeblich zu verzögern oder im besten Fall zu vermeiden.


Artrose in den Fingern

Bei der Fingerarthrose sind die Gelenkknorpel verschlissen. Davon sind durchschnittlich zehn Mal mehr Frauen betroffen als Männer. Sie erkranken insbesondere nach den Wechseljahren daran. Es wird zwischen der primären und sekundären Fingerarthrose unterschieden: Bei der primären Arthrose sind die Ursachen häufig unklar, während die sekundäre Arthrose aus bestimmten Erkrankungen oder Fehlstellungen resultiert. Auch die Erbanlagen spielen eine Rolle. Die Arthrose ist sehr schmerzhaft. Sie entwickelt sich meistens über viele Jahre hinweg. Die Erkrankung beginnt häufig ab dem 40 Lebensjahr, doch sie wird in den ersten Jahren oft kaum wahrgenommen.

Symptome und Ausprägungen der Fingerarthrose

Ein erstes Anzeichen, dass eventuell eine Arthrose in den Fingern vorliegt, kann ein langsames Dickerwerden der Fingergelenke sein. Es empfiehlt sich dann, einen Allgemeinarzt aufzusuchen, der an einen Orthopäden überweisen kann. Die Erkrankung äußert sich im Laufe der Zeit mit Schmerzen der Fingergelenke. Zudem können sich fühlbare Knötchen bilden. Mit zunehmender Ausprägung ist die Beweglichkeit der Fingergelenke eingeschränkt und die Kraft der Finger lässt nach. Typisch ist auch eine morgendliche Versteifung. Die Erkrankung kann verschiedene Ausprägungsgrade annehmen. Bei manchen Betroffenen kann eine gering ausgeprägte Arthrose gravierende Beschwerden verursachen, während bei anderen selbst bei einer stärkeren Arthrose kaum Beschwerden auftreten.

Behandlung der Fingerarthrose

Die chronische Erkrankung ist fortschreitend, kann aber durch eine frühzeitige und regelmäßige Therapie verlangsamt werden. Akute Schmerzen können mit Schmerzmitteln, entzündungshemmenden Medikamenten sowie Kälte- oder Wärmeanwendungen gelindert werden, beispielsweise Kühlpacks oder ein Wärmekissen. Durch leichte Bewegung, spezielle Übungen und Fingergymnastik kann dafür gesorgt werden, dass die Fingergelenke länger elastisch und somit auch beweglich bleiben. Die Möglichkeiten sind vielfältig, beispielsweise Knetbewegungen mit einem kleinen Ball. Demzufolge sollten die Finger nicht entlastet, sondern durch gezielte Belastung gefördert werden. Zudem empfiehlt es sich bei jeder Art von Arthrose, den Verzehr der Wurst- und Fleischnahrungsmittel stark einzuschränken, denn dieser begünstigt Entzündungsprozesse. Omega-3-haltige Pflanzenöle hingegen besitzen reichlich stark entzündungshemmende Fettsäure.


Arthrose in den Sprunggelenken

Bei der Sprunggelenksarthrose nutzt sich das Gelenk fortschreitend ab. Es handelt sich hierbei um krankhafte Veränderungen des Sprunggelenks, die auf degenerative Erkrankungen zurückgehen. Durch den Verschleiß wird die Knorpeloberfläche zunehmend aufgeraut und ausgedünnt. In der Folge verschlechtert sich die Gleitfähigkeit des Gelenks, was die Beschwerden verursacht, beispielsweise Schmerzen, Gelenksergüsse und später ein Funktionsverlust des Gelenks. Zur Abschätzung des Schadens bietet sich die Kernspintomographie an.

Symptome und Ausprägung der Sprunggelenksarthrose

Die Sprunggelenksarthrose entwickelt sich häufig infolge von Verletzungen wie Knöchelbrüche, sodass ein altersbedingter Gelenkverschleiß meist nicht die Ursache ist. Daher sind im Vergleich zu anderen Arthrose-Arten meistens bereits relativ junge Menschen betroffen. Die Arthrose ist knorpelzerstörend, sodass die Knorpelschicht im Gelenkspalt deutlich zurückgeht. Anfänglich verläuft die Erkrankung ohne auffällige Symptome. Erst mit fortschreitendem Verschleiß der Gelenke treten Anlauf- und Belastungsschmerzen auf. Die Schmerzen zeigen sich später auch im Ruhezustand. Die Beweglichkeit wird zunehmend beeinträchtigt. Es kann auch zu einer Gelenksteife kommen. Der Gang ist mit einer schweren Arthrose stark beeinträchtigt.
Das Sprunggelenk verliert bei fortgeschrittener Arthrose oftmals auch seine natürliche Form.

Behandlung der Sprunggelenksarthrose

Zur Therapie kommen verschiedene Behandlungsmaßnahmen zum Einsatz, beispielsweise Schmerzmittel, entzündungshemmende, abschwellende Maßnahmen, knorpelschützende Substanzen und zur Mobilisierung des Sprunggelenks physiotherapeutische Maßnahmen wie Krankengymnastik. Kälteanwendungen können bei einer aktivierten Arthrose, also einer Entzündung im Gelenk, und Wärmeanwendungen im chronischen Stadium hilfreich sein. Durch eine Gelenksspiegelung kann die Bildung eines neuen Knorpelgewebes angeregt werden. Ein frühzeitiger Therapiebeginn ist grundsätzlich sehr wichtig. Der Facharzt der Orthopädie beschäftigt sich mit Krankheiten des Bewegungsapparates. Das Ziel besteht darin, die schmerzfreie Belastbarkeit wiederherzustellen und die Funktionstüchtigkeit zu verbessern. Ist der Verschleiß zu weit fortgeschritten, ist der Ersatz des Sprunggelenks erforderlich. Die Sprunggelenksprothese ersetzt das natürliche Gelenk, um den ursprünglichen Bewegungsumfang schmerzfrei zu ermöglichen.

Fazit

Dies waren verschiedene Arten einer Arthrose in unterschiedlichen Gelenken. Sie gehen zum Teil mit starken Beschwerden und Bewegungseinschränkungen einher. Bei jeder Arthrose ist eine frühzeitige Behandlung sehr wichtig, um den Fortschritt der Krankheit einzudämmen.

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Artikel zuletzt aktualisiert am 25. August 2019 von
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