Rückenschmerzen durch zu wenig Bewegung

Zu wenig Bewegung schwächt die Muskulatur auf Dauer, die eine wichtige Stütze für den Körper darstellt. Rückenschmerzen sind oft die Folge.

Es gibt alarmierende Statistiken über einen globalen Bewegungsmangel im Zusammenhang mit einem erhöhten Sterberisiko. Demnach kann man geradezu froh sein, wenn Rückenschmerzen die ersten Signale senden. So heißt es nach einer Erhebung von Prof. Dr. I-Men Lee, Harvard School of Public Health, dass jeder zehnte Tod auf Bewegungsmangel zurückzuführen ist. In Zahlen währen das weltweit jährlich 5,3 Millionen Menschen!

Auslöser

Ausreichend Bewegung ist für den Menschen so lebensnotwendig wie die Atmung und die Nahrungsaufnahme. Früher musste man keinen Gedanken daran verschwenden, denn das tägliche (Über)leben erforderte in jedem Fall ausreichend Bewegung. Durch die Muskelarbeit wird nicht nur Haltung und Bewegung möglich. Muskelarbeit sorgt auch für eine gesunde Durchblutung und somit für die Nährstoffversorgung für das umliegende Gewebe.

Heute leben wir in einer Zeit, in der wir unsere Energie darauf verwenden, es uns möglichst bequem zu machen. Stichworte wären da Erfindungen wie das Auto, diverse elektrische Haushaltsgeräte und Fernbedienungen. Nicht zuletzt gibt es täglich neue Programme, die uns digital und von zu Hause aus ein aufregendes Leben versprechen. Die Wirbelsäule besteht aus vielen funktionellen Einheiten und bietet, ohne ausreichenden Schutz durch die Muskulatur, viele Angriffsflächen für Bewegungseinschränkungen und Rückenschmerzen.

Warum kriegt man Rückenschmerzen von zu wenig Bewegung?

Der Stoffwechsel, der Blutkreislauf, der ganze Halte- und Stützapparat sind auf die Muskeln angewiesen. Was passiert ohne Bewegung? Bereits nach 8 Tagen bauen sich Muskelfasern ab, wenn sie nicht beansprucht werden. Durch eine schwache Muskulatur fehlt dem Rücken die Stütze, wenn Belastungen auf ihn zukommen, wie z.B.:

Auch rein vom Alter her nimmt die Muskelmasse bereits nach dem 25. Lebensjahr ab. Aber keine Angst, der Muskelzellkern bleibt erhalten. Muskeln lassen sich nachweislich bis ins hohe Alter hinein aufbauen. Um so wichtiger ist es, ein Leben lang in Bewegung zu bleiben. Doch nicht nur die Muskelmasse verringert sich bei Bewegungsarmut.

Fast zeitgleich vergrößern sich die Fettpolster, das Binde- und Stützgewebe verliert seinen Schutz. Eine Schwächung des Immunsystems, Stoffwechselstörungen, Übergewicht und Durchblutungsstörungen sind die Folge. Diese Störungen begünstigen wieder die Bewegungsarmut und sorgen für weiteren Muskelabbau. Der viel zitierte Teufelskreislauf entsteht.

Behandlung von durch Bewegungsmangel ausgelöste Rückenschmerzen

Es hilft nichts, bei beginnenden Rückenschmerzen/Kreuzschmerzen in Folge von Bewegungsarmut müssen die Muskeln im gesamten Rückenbereich langsam aufgebaut werden. Orthopäden können bestimmte Sportprogramme, die darauf spezialisiert sind, empfehlen. Wichtig ist es zunächst, mit einem Bewegungsprogramm unter professioneller Anleitung zu beginnen. Darüber hinaus werden diese fünf Sportarten für den Rücken besonders empfohlen:

Rückenfreundliche Sportarten

  • Schwimmen: Rücken-, Kraulschwimmen
  • Nordic Walking
  • Radfahren
  • Tanzen
  • Yoga

Wer sich auf Dauer so gar nicht mit einer sportlichen Betätigung anfreunden kann, muss dafür sorgen, dass er genügend Bewegung in seinen Alltag einbaut:

  • Bei sitzender Bürotätigkeit: hin und wieder Wechsel zu einem Stehpult
  • Arbeitsweg: Strecken zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen
  • immer die Variante Treppensteigen dem Lift oder der Rolltreppe vorziehen
  • Freizeitverhalten überdenken (stundenlanges Sitzen vor dem TV und PC reduzieren, vermeiden)
  • gesunde Ernährung (ein angemessenes Essverhalten gehört dazu, um starkes Übergewicht deutlich zu reduzieren und wieder Freude an der Bewegung zu haben)

Wie bei allen Maßnahmen, die eine Umstellung des Lebensstils erforderlich machen, müssen sich die Betroffenen auf einen langen Prozess einlassen. Geduld und Motivation gehören zu den Grundvoraussetzungen.

Linderung von Rückenschmerzen

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  • Bis der Körper selber in der Lage ist auf Belastungen ausreichend schützend zu reagieren, kann es sinnvoll sein die auftretenden Rückenschmerzen zu lindern. Das passiert im akuten Fall zum Beispiel mit Schmerzmitteln. Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Schmerzmittel am besten nur nach ärztlicher Anweisung einnehmen und nicht länger als 3 Tage am Stück und max. 10 Tage im Monat.
  • Sanfter hilft die Anwendung von Wärme auf die schmerzende Stelle. Eine heiße Dusche, ein Wärmepflaster oder eine Rotlichtlampe sind Schmerzmitteln vorzuziehen.
  • Da Bewegungsmangel der Auslöser für die Kreuzschmerzen sind, hilft Bewegung generell positiv gegen diese. Nur nicht übertreiben und auch nur machen, wenn die Schmerzen nicht zu stark sind. Bei einem Hexenschuss ist an einen Spaziergang wohl kaum zu denken.
  • Über Nacht erholt und heilt der Körper sich. Hier ist es besonders wichtig, dass man sich richtig bettet. Die passende Matratze und das perfekte Kissen sind besonders wichtig.

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