Haftungsausschluss

Kribbeln in den Armen und Beinen durch Rückenschmerzen

Bei bestimmten Rückenleiden findet man unter den Symptomen auch Kribbeln in Armen und Beinen aufgelistet. Meistens ergänzt durch Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen. Dies lässt immer auf eine Beteiligung der Nerven schließen. Wie ernst ist das, wann ist ein Arztbesuch erforderlich und bei welchen Rückenleiden tritt das Kribbeln besonders häufig auf?

Ursachen für Kribbeln in den Armen und Beinen?

Wenn es an Armen oder Beinen kribbelt, wird dies oft mit Ameisenlaufen umschrieben. Meistens geht das Kribbeln mit einem Taubheitsgefühl einher, die Gliedmaßen fühlen sich an wie eingeschlafen. In der Medizin spricht dann von Parästhesien (Missempfindungen). Das unangenehme Gefühl wird von den sensiblen Nervenenden der Haut bis ans Gehirn weitergeleitet. Die möglichen Ursachen dafür sind:

  • mechanisch, Nervenschädigungen
  • eine Folge von Durchblutungsstörungen: metabolisch (Diabetes), toxisch (Nikotin, Alkohol)
  • Infektionen, Nervenentzündung

Definition: Was ist eine Durchblutungsstörung?

Von Durchblutungsstörungen spricht man, wenn das Blut nicht mehr ungestört durch die Venen oder Adern fließen kann. Eine Durchblutungsstörung kann chronisch
oder akut, überall am Körper, auftreten. Am häufigsten sind die Extremitäten betroffen. Ursachen können sogenannte Gefäßverkalkungen, -entzündungen oder
verletzungen sein. Auch ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt sind Folgen einer Durchblutungsstörung.

Weiterführende Informationen zu Durchblutungsstörungen.

Sensibilitätsstörungen an den Extremitäten und Rückenschmerzen

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Durch den Wirbelkanal verläuft das Rückenmark. Das ist der Teil des zentralen Nervensystems, der das Gehirn, durch die an den Wirbeln austretenden Spinalnerven, mit der Peripherie verbindet. Kommt es nun durch eine Unregelmäßigkeit an der Wirbelsäule zu einem Druck auf Nervenfasern, kann dies sowohl motorische (Bewegungen) als auch sensible (Empfindungen) Auswirkungen auf die Extremitäten haben.

Im Hals- und Lendenwirbelbereich ist das Rückenmark sehr dick. An diesen Stellen treten besonders viele Nervenfasern für die nervale Versorgung von Armen und Beinen heraus. Das Rückenmark endet zwar am zweiten Lendenwirbel, doch verlaufen viele Nervenfasern als dickes Bündel (Cauda equina, Pferdeschweif) weiter nach unten. In diesem Verlauf treten weiter Nervenfasern über die Zwischenwirbellöcher aus. Werden in diesem Bereich Nervenwurzeln beschädigt, kommt es zu Darm- und Harnentleerungsstörungen, in der Medizin spricht man von einem Cauda-Syndrom.

Die Stellen der Wirbelsäule mit dem meisten „Nervenverkehr“, nämlich Hals- und Lendenwirbelsäule, sind auch diejenigen Bereiche, die am meisten durch Fehlhaltungen, Fehlbelastungen und Bewegungsarmut in Mitleidenschaft gezogen werden. Drückt eine Bandscheibe, ein verdrehter Wirbel oder eine Muskelverspannung auf einen Nerv oder eine Nervenwurzel kann es, neben Rückenschmerzen, zu den beschriebenen Missempfindungen Kribbeln/Ameisenlaufen an den Extremitäten wie Armen, Beinen, Fingern, kommen.

Leider lassen sich die Nervenfasern nicht immer genau einer speziellen Empfindung oder Motorik in einem bestimmten Gebiet zuordnen. Die Nerven verzweigen sich im weiteren Verlauf und gehen mit unterschiedlichen Aufgaben in viele Richtungen.

Welche Rückenerkrankungen können ein Kribbeln an Armen und Beinen verursachen?

Alle Ereignisse und Infektionen im Bereich der Wirbel können unter Umständen auch auf Nervenfasern im Rückenmark, auf die Nervenwurzeln oder die austretenden Spinalnerven drücken. In der Folge kann es zu Kribbeln und Taubheitsgefühlen, entweder in den Armen und Händen oder in den Beinen und Füßen kommen. Je nach dem, an welcher Stelle ein Nerv eingeklemmt wird, treten die Missempfindungen jeweils in den Bereichen auf, die unterhalb der eingeklemmten Nervenfaser liegen.

Die am meisten gefürchtete und bekannteste Rückenerkrankung mit Nervenbeteiligung, die Missempfindungen an den Extremitäten hervorrufen kann, ist ein Bandscheibenvorfall.
Die Symptome richten sich nach der Lage: An der Lendenwirbelsäule kann es zu Kribbeln, Taubheits- und Kältegefühlen in einem Bein kommen, an der Halswirbelsäule zu Missempfindungen im Arm oder in der Hand.

Trifft ein Bandscheibenvorfall oder eine Bandscheibenvorwölbung auf den Ischiasnerv, spricht man von einer Ischialgie, mögliche Symptome sind Kribbeln und Taubheitsgefühle in einem Bein, im Fuß bis in die Zehen. Eine Ischialgie kann auch durch Wirbelgleiten (Spondylolisthesis), eine Wirbelblockade oder durch Muskelverspannungen im Lendenwirbelbereich hervorgerufen werden.

Zum Arzt, wenn Arme oder Beine kribbeln

Grundsätzlich sollte bei Rückenschmerzen mit Nervenbeteiligung die hausärztliche oder eine orthopädische Praxis aufgesucht werden. Im schlimmsten Falle, bei einem Bandscheibenvorfall oder Nervenentzündung, muss sofort gehandelt werden. Symptome für neurologische Ausfälle sind:

  • Ameisenlaufen an den Extremitäten
  • plötzliches Taubheitsgefühl
  • Muskelschwäche
  • Brennen
  • asymmetrische Reflexe
  • Lähmungserscheinungen
  • Harn-Inkontinenz
  • Stuhl-Inkontinenz

In der Praxis werden zunächst einige Tests durchgeführt:

  • Achillessehnenreflex (vermindert)
  • Belastungs- und Berührungstests (neurologische Tests)
  • Lasègue-Test (in der Rückenlage, passives anheben des gestreckten Beines: Schmerzen unter 45°, Test positiv)

Wird eine Nervenschädigung vermutet, gibt ein MRT (Magnetresonanztomographie) weiteren Aufschluss über die mögliche Ursache. Ein Bandscheibenvorfall muss in den meisten Fällen nicht operiert werden. Eine konservative Behandlung aus Schmerztherapie, Rückenschule, mehr Bewegung und ggf. eine Gewichtsreduzierung helfen in der Regel sehr gut.

Kribbeln durch chronische Stoffwechselerkrankungen

Unser Körper wird vom Stoffwechsel gesteuert. Er regelt die vielen verschiedenen Kreisläufe, die er täglich durchläuft, beispielsweise Essen, Verdauen, Schlafen und Wachsein. Sie sind lebenswichtig, sodass Stoffwechselerkrankungen, also krankhafte Abweichungen der Stoffwechselvorgänge, gravierende Folgen haben können. Dazu gehören Beschwerden wie ein Kribbeln in den Gliedern, denn das Nervensystem steht im engen Zusammenhang mit dem Stoffwechsel. Wenn das Kribbeln nur gelegentlich auftaucht und rasch verschwindet, ist dies meist kein Grund zur Sorge. Bei wiederholtem Auftreten oder zunehmender Intensität sollten die Ursachen dringend ärztlich abgeklärt werden. Liegen Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenstörungen vor, müssen diese unbedingt behandelt werden.

Kribbeln durch Multiple Sklerose

Multiple Sklerose (Erkrankung des zentralen Nervensystems) begünstigt Missempfindungen und Gefühlsstörungen wie Kribbeln in den Gliedern, beispielsweise in den Füßen, Unterschenkeln oder Händen. Begleitende Symptome sind häufig Sehstörungen, Schwindel, Mattigkeit, schnelle Ermüdbarkeit, Konzentrationsprobleme und Beeinträchtigungen der Blase. Letztendlich hängen die genauen Beschwerden davon ab, welche Areale im Nervensystem betroffen sind.

Wie erfolgt die Diagnose beim Kribbeln in den Armen und Beinen durch Rückenschmerzen?

Eine gründliche Anamnese bildet die wichtigste Grundlage der Diagnosestellung. Hier berichten Patienten, wo und in welchen Situationen das Kribbeln auftritt, welche Intensität vorliegt und ob weitere Erkrankungen oder Beschwerden bestehen. Beim Abtasten kann entlang der versorgenden Nervenbahnen oftmals Muskelverhärtung festgestellt werden. Eine Prüfung der Reflexe kann Hinweise auf eine eventuelle Polyneuropathie oder diabetische Neuropathie liefern. Mit Sensibilitätsprüfungen kann festgestellt werden, ob die Berührungsempfindlichkeit dem Normalmaß entspricht. Mit der Elektroneurographie kann die Nervenleitgeschwindigkeit ermittelt werden. Bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall, CT oder MRT zeigen vorliegende Verengungen der Nervenbahnen oder Erkrankungen wie Tumore oder Multiple Sklerose. Blutproben lassen entzündliche Prozesse oder Mangelzustände erkennen. Bei einem Verdacht auf eine Durchblutungsstörung kann ein EKG gemacht werden.

In 3 Schritten die Wirbelsäule sofort entlasten

1. im Stehen: schulterbreit, Knie leicht gebeugt, Kinn etwas zum Brustbein geneigt, Wirbelsäule hängen lassen

2. im Sitzen: nicht sitzen! Besser: hocken, mit dem ganzen Fuß auf den Boden (Saigon-Hocke)

3. im Liegen: Rückenlage, je ein Kissen im Nacken und unter die Unterschenkel

Fazit

Kribbeln in den Gliedern wie den Händen, Armen oder Beinen kann harmlos sein, aber auch auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen. Bei wiederholtem Auftreten sollte es von einem Arzt untersucht werden.

Letzte Version vom 25. August 2019 von
Über den Autor René Dasbeck Hauptberuflich bin ich als IT-Experte in einem Kinderzeitschriftenverlag tätig, privat glücklicher Vater zweier toller Töchter und hier Betreiber einer Webseite, auf der ich vom täglichen Kampf gegen meine Schmerzen im Nacken und Rücken berichte. In den letzten Jahren habe ich viele Probleme mit meinem Körper aushalten müssen, konnte aber durch intensive Beschäftigung mit dem Thema viel Wissen aufbauen, das leider die meisten Mediziner mir nicht bieten konnten. Letzten Endes habe ich Schmerzen weitestgehend aus meinem Leben verbannen können. Um anderen Leidgenossen zu helfen, gebe ich hier einen umfassenden medizinischen Überblick und meine Erfahrungen über Schmerzen vieler Art weiter und empfehle so manches Buch oder Produkt, welche mir im Kampf gegen die Schmerzen geholfen haben. Mehr Informationen über mich und meine Erfahrungen findest du auf meiner "Über mich"-Seite. Und wenn du Rat zu Nackenschmerzen benötigst, kannst du mich gerne unter info@schmerz-im-nacken.de anschreiben.
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