Seltene Ursachen für Nackenschmerzen

Es gibt viele typische Ursachen für Nackenschmerzen wie mangelnde Ergonomie am Arbeitsplatz, aber auch seltene Auslöser wie übermäßiger Alkohol- oder Nikotinkonsum, die wahrscheinlich die wenigsten mit den Beschwerden in Verbindung bringen. Schau am besten in diesem Artikel, ob irgendwelche Gründe für deine unerklärlichen Nackenschmerzen infrage kommen.

Meist sind es die typischen Ursachen, die Nackenschmerzen auslösen: Bewegungsmangel, Stress, Fehlhaltungen, Verletzungen. Aber es gibt auch Ursachen, die man nicht sofort auf dem Schirm hat und die auch viele Ärzte gar nicht erst in Betracht ziehen. Oft aus Unwissen oder da die Häufigkeit relativ gering ist im Vergleich mit den üblichen Verdächtigen. 5 Ursachen für Nackenschmerzen, an die niemand auf Anhieb denkt:

Nackenschmerzen durch übermäßigen Alkohol- und Nikotinkonsum

Zuviel Alkohol, zuviel Nikotin das kann lebensgefährlich werden. Auf jeden Fall bringt der Konsum dieser Gifte auf Dauer immer erhebliche gesundheitliche Schäden mit sich. Das weiß eigentlich jeder Mensch. Warum diese Giftstoffe trotz allem auf viele einen unwiderstehlichen Reiz ausüben, das vermag die Psychologie heute vielleicht in Ansätzen zu erklären. Neben den unzähligen, negativen gesundheitlichen Auswirkungen dieser Rauschgifte kann es auch zu Nackenschmerzen kommen. Die wenigsten werden da zunächst einen Zusammenhang feststellen, doch gibt es medizinische Untersuchungen, die darauf schließen lassen.

Schmerzen im Nacken durch zuviel Alkohol

Dafür kommt eine bestimmte negative Eigenschaft von Alkohol ins Spiel: Alkohol dehydriert, zu deutsch, trocknet aus. Jeder kennt die erhöhte Frequenz der Toilettengänge nach dem Konsum von einigen Gläsern Alkohol. Mit der vermehrten Urinausscheidung gehen dem Körper auch viele wertvolle Elektrolyte verloren:

  • Kalium
  • Natrium
  • Kalzium
  • Magnesium
  • Chlorid
  • Phosphat
  • Hydrogencarbonat

Fatalerweise erschwert der Alkohol auch noch die Aufnahme neuer Elektrolyte aus dem Darm. In Bezug auf den Elektrolythaushalt bewegt sich der Körper in einer recht engen Toleranzgrenze. Normalerweise bedeutet das kein Problem, denn täglich nehmen wir mit Getränken (alkoholfreie!) und Nahrung ausreichend Elektrolyte auf. Kommt der Elektrolythaushalt jedoch mal aus dem Gleichgewicht, macht sich das zuerst in Form von Kopfschmerzen und Nackenschmerzen bemerkbar. Die beiden häufigsten Gründe für einen Mangel an Elektrolyten sind übermäßiges Schwitzen und übermäßiger Alkoholgenuss.

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Eine weitere Ursache für Nackenschmerzen durch zuviel Alkohol hängt mit der Leber zusammen. Wie immer, wenn es um Gifte geht, bekommt sie jede Mange Arbeit und ist oft überlastet. Ein Zusammenhang zwischen Leberstörungen und Nacken- Schulterschmerzen fiel zuerst in der Osteopathie auf. Man geht davon aus, dass es bei Leberstörungen bestimmte assoziierte Schmerzpunkte gibt, das sind unter anderem:

  • Schmerzen im Bereich des 4. und 5. Halswirbels
  • Schulterschmerzen rechte Seite
  • Schmerzen im Bereich des rechten Schulterblattes

Das Symptom „Leberkopfschmerz“, beginnt ebenfalls oft mit Verspannungen und Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich.

Nackenschmerzen durch Nikotin

Es gibt viele Beschwerden und Krankheiten, die durch das Rauchen verursacht werden. An Nackenschmerzen denkt man zunächst eher nicht. Die Ursache dieses Zusammenhangs fanden Forscher im Gehirn. Hier gibt es zwei Bereiche, die maßgeblich für das Belohnungs- und Motivationsverhalten verantwortlich sind. Dieselben Bereiche sind auch mit der Verarbeitung von Schmerzsignalen befasst. Nikotin schädigt das Gehirn besonders in diesen Arealen, es kommt zu einem erhöhten Schmerzempfinden. Die Schmerzreize geraten in eine Endlosschleife und dadurch entstehen die chronischen Schmerzen. Am häufigsten treten diese Schmerzen im Nackenbereich und im Rücken auf.

Nackenschmerzen durch überhöhte Schwermetallbelastung (z. B. Amalgam)

Während sich akute Schwermetallvergiftungen recht heftig und eindeutig mit entsprechenden Symptomen zeigen, kommt eine Schwermetallbelastung über längere Zeit mit sehr unspezifischen Symptomen einher. Ein Symptom ist Nackenschmerzen. Fatalerweise lauert die Gefahr, sich solch eine schleichende Vergiftung zuzuziehen, fast überall. Die prominentesten Beispiele aus dem Alltag sind:

  • Amalgamfüllungen in den Zähnen (Quecksilber)
  • Blei im Trinkwasser (veraltete Rohre)
  • mit Schwermetall belastete Lebensmittel (Fische, Pilze)
  • Industrie, Abgase, Rauchen (Chrom, Arsen, Quecksilber, Kobalt, Nickel, Kadmium …)

Durch eine lang anhaltende Belastung mit Schwermetallen kommt es in erster Linie zu Schädigungen

  • der Nerven
  • der Leber
  • der Nieren
  • und zu einem erhöhten Krebsrisiko

Die Leber ist ein wahres Multitalent. Sie baut Stoffe auf und ab, speichert und entgiftet. Es gibt kaum ein Prozess im Körper, an dem die Leber nicht in irgendeiner Weise beteiligt ist. Als Entgiftungszentrale reagiert die Leber, besonders bei Langzeitüberbelastungen, mit einer Vergrößerung ihres Gewebes. Bei chronischen Schwermetallvergiftungen kann in der Folge eine vergrößerte Leber (Hepatomegalie, Fettleber) festgestellt werden.

Leberstörungen können mit bestimmten orthopädischen Bereichen in Zusammenhang gebracht werden. Die Gelenke haben einen starken Bezug zur Leber. Bei den Gelenken sind es in erster Linie die kleinen Gelenke der Halswirbelsäule, der Lendenwirbelsäule und die Fußgelenke.

Die meisten Symptome einer Schwermetallvergiftung sind sehr unspezifisch. Bei Nackenschmerzen wird man daher selten sofort an eine Vergiftung durch Schwermetalle denken.
Sollten Nackenschmerzen über einen längeren Zeitraum, immer wieder auftauchen oder gar andauern und lassen sich weder orthopädisch, psychisch, noch krankheitsbedingte Ursachen finden, muss auch an eine Schwermetallbelastung gedacht werden. Zum Beispiel zusammen mit weiteren unspezifischen Symptomen wie:

  • Unruhe
  • Konzentrationsstörungen
  • Schweißausbrüche
  • Schwäche
  • Müdigkeit
  • Blutdruckschwankungen
  • allergische Reaktionen
  • Hautausschlag
  • Übelkeit
  • Verspannungsschmerzen: Kopf, Nacken, Rücken

Nackenschmerzen durch eine verspannte Augenmuskulatur

Eine verspannte Augenmuskulatur und Nackenschmerzen, das ist ein Zusammenhang, der sich einem nicht sofort erschließen mag. Doch es ist tatsächlich so, die Augenbewegungen hängen mit der Nackenmuskulatur zusammen. Ist der Nacken verspannt, sind es auch die Augenmuskeln und umgekehrt.

An einer reflexmäßigen Bewegung lässt sich das als Beispiel anschaulich darlegen. Wenn man einen Gegenstand in der Nähe besser erkennen möchte, fokussieren sich die Augen darauf und die Pupillen stellen sich weit. Ist nun immer noch nichts zu erkennen, dann schiebt sich der Kopf reflexartig nach hinten. Das ist eine Bewegung in der Halswirbelsäule. Genau so passiert es auch umgekehrt, ein Ziel in weiter Ferne soll fokussiert werden, doch reicht die Sicht nicht aus? Dann wird der Kopf automatisch nach vorn gezogen.

Je schlechter nun dieses Fokussieren mit den Augen funktioniert, desto mehr müssen die Nackenmuskeln darunter leiden. In der Folge kommt es zu muskulären Verspannungen in der Nackenregion und schon bald zu Nackenschmerzen.

Mit einem weiteren Versuch kann man den Zusammenhang sogar fühlen:

  • Eine Hand leicht und flach auf den Nacken legen
  • nun die Augen bewegen
  • den Kopf still halten
  • man wird leichte Bewegungen unter der Hand wahrnehmen

Die Beeinflussung dieser beiden Muskelgruppen funktioniert in beiden Richtungen. Das heißt, wer den ganzen Tag mit angespanntem, unbeweglichem Nacken am Schreibtisch sitzt, wird auch bald die ersten Beschwerden an den Augen wahrnehmen (Brennen, Druckgefühl, Schmerz). Genauso anders herum: Wer den ganzen Tag ohne Augenbewegungen auf einen Monitor starrt, dessen Nacken verspannt nahezu parallel.

Nackenschmerzen durch Erkältungen, Grippe, Corona

Auch Erkältungen oder grippeähnliche Erkrankungen können Nackenschmerzen auslösen. Hier findest du dazu alle Informationen.

Nackenschmerzen durch Eisenmangel

Eisenmangel ist das ewige Streitthema zwischen der konventionellen und der alternativen Medizin. Während ein Eisenmangel in der Schulmedizin erst diagnostiziert wird, wenn die Hämoglobinwerte (Hämoglobin= eisenhaltiger Proteinkomplex der roten Blutkörperchen) erniedrigt sind, geht die alternative Medizin davon aus, dass ein Eisenmangel sich bereits wesentlich eher bemerkbar macht.

Letzteres ist nicht so einfach nachweisbar. Eisen befindet sich im Körper

  • zum größten Teil im Hämoglobin (bis zu 70%)
  • im Muskeleiweiß (Myoglobin)
  • als Ferritin Speichereisen (in Leber, Milz und Knochenmark)

im Schnitt sind das 3,5 bis 5 Gramm Eisen, die sich im menschlichen Körper befinden. Der tägliche Bedarf liegt bei 0,5 bis 5 g und dafür wird eine Zufuhr von durchschnittlich 10 bis 15 mg Eisen benötigt. Die Schulmedizin diagnostiziert einen Eisenmangel, wenn die Vorräte an Eisen im Körper nicht mehr zur Bildung ausreichend roter Blutkörperchen langt oder diese nicht mehr korrekt ausgebildet werden. Doch Eisen wird nicht nur zur Blutbildung benötigt. Eisen ist an weit über 100 Funktionen im Körper beteiligt. Unter anderem in den Bereichen

  • Hormonbildung
  • Energiebildung
  • Gehirnleistung

In all diesen Bereichen kann es zu Symptomen kommen, ohne dass das Blutbild Aufschluss über einen Eisenmangel geben muss. Man geht daher von einer relativ hohen Zahl Menschen aus, die von Eisenmangel betroffen sein sollen. Die Symptome sind sehr allgemein, so dass in den seltensten Fällen ein Eisenmangel diagnostiziert wird. Für das Eisenmangelsyndrom (IDS-Iron Deficiency-Syndrom) werden 10 Leitsymptome angegeben. Neben Müdigkeit und Konzentrationsmangel gehören Nackenschmerzen in Folge muskulärer Verspannungen dazu. Eisenmangel führt zu einer verminderten Energiebildung in den Zellen. Dies trifft natürlich auch auf die Muskelzellen zu, in denen Energie in erhöhtem Maße eine Rolle spielt.

Ähnlich wie das Hämoglobin (Bluteiweiß) bindet auch das Myoglobin (Muskeleiweiß) mithilfe von Eisen Sauerstoff. Myoglobin nimmt den Sauerstoff aus dem Blut auf und stellt ihn für die Arbeit in den Muskelzellen zur Verfügung. Eine Minderversorgung mit Eisen oder ein großer Eisenverlust hat eine negative Auswirkung auf die gesunde Muskelarbeit.

Fazit

Es sind nicht immer die alten bekannten Ursachen, die für Nackenschmerzen sorgen. Manchmal hilft ein Blick über den Tellerrand hinaus um vor allem schwer erklärbare Schmerzen zu diagnostizieren.

Artikel zuletzt aktualisiert am 14. Dezember 2020 von
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Gesundheitsbotschafter Timo Gudrich„Bei chronischen Nackenschmerzen würde ich vorerst immer die Themen Körperhaltung, Atmung, Faszientraining und Mobilisation angehen.“

Gesundheitsbotschafter Timo Gudrich

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