Arthrose in den Fingern – Hier erfährst du alles darüber

In Deutschland leiden zehn Prozent der Menschen unter einer Arthrose, oftmals in den Fingern. Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sind typisch. In diesem Artikel erfährst du die Ursachen und Therapiemaßnahmen. Neben Medikamenten gibt es auch sanfte Möglichkeiten und Nahrungsmittel, mit denen du die Schmerzen lindern und das Beschwerdebild verbessern kannst.

Fingerarthrosen werden nach den betroffenen Gelenken unterteilt. Bei der Arthrose wird die Knorpelschicht zerstört und es kommt mit der Zeit zu Knochenanbauten an den Gelenken. Periodische Schmerzen und Bewegungseinschränkungen begleiten den Krankheitsverlauf. In Deutschland leidet jeder Zehnte unter einer Arthrose. Die am häufigsten betroffenen Gelenke sind die Hüft- und Kniegelenke sowie die Finger- und Zehengelenke.

Was ist eine Fingerarthrose?

Aus unterschiedlichen, meist mechanischen, Gründen wird die Knorpelschicht eines Gelenkes zerstört. Dabei kommt es zunächst zu kleinen Knorpelrissen. An dieses Stellen findet vermehrt Reibung statt. Die Knorpelsubstanz wird regelrecht abgerieben bis zur sogenannten Knochenglatze. An dieser Stelle treffen die Knochenstrukturen ohne Puffer aufeinander. Das Gelenk kann sich dadurch entzünden, was mit heftigen Schmerzen verbunden ist. Der Gelenkknochen bildet mit der Zeit durch die Reibung Anbauten, eine Schutzreaktion. Dadurch versteift das Gelenk und es kommt zu den sichtbaren Knoten an den Gelenken.

An den Händen sind am häufigsten die Fingergelenke betroffen. Danach unterscheidet die Medizin in der Hauptsache drei
Formen der Fingerarthrose:

Arthrose an den Fingerendgelenken (Heberden-Arthrose)

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Die Heberden-Arthrose ist die häufigste Form. Betroffen sind die Endgelenke der Zeigefinger, Mittel- und Ringfinger. Die Reihenfolge beschreibt die Häufigkeit. Typisch für diese Form sind die Schmerzen und die sogenannten Heberden-Knoten durch die Knochenanbauten.

Arthrose an den Fingermittelgelenken (Bouchard-Arthrose)

Die Arthrosen an den mittleren Fingergelenken sind nicht so häufig, wie die Heberden-Arthrosen. Hier kündigen sich die Knochenanbauten häufig mit Schwellungen der betroffenen Gelenke an.

Arthrose im Daumen (Rhizartharthrose)

Bei der Rhizartharthrose ist das Daumensattelgelenk betroffen. Besonders Halte- und Greifbewegungen verursachen starke Schmerzen, es kommt zu einem typischen Druckschmerz am Gelenk.


Wer zählt zur Risikogruppe für Finger-Arthrose?

Es sind überwiegend ältere Menschen, die an einer Arthrose leiden. Meistens sind mehr als fünf Gelenke gleichzeitig betroffen. Betrachtet man alle Arthrosen zusammen, so leiden Männer und Frauen gleich häufig an Arthrosen. Doch bei den Finger-Arthrosen liegen die Frauen weit vorn.
Das Lebensalter bei den Neuerkrankungen liegt zwischen 50 bis 70 Jahren. Frauen im und nach dem Klimakterium sind besonders häufig betroffen.


Was sind die Ursachen einer Finger-Arthrose?

Arthrose ist eine Abnutzungserscheinung, eine degenerative Erkrankung. Sie entsteht aufgrund von Verschleiß. Der Verschleiß resultiert aus:


Die Symptome einer Fingerarthrose

Für jede Arthrose ist zunächst der Anlaufschmerz charakteristisch. Das heißt, die ersten Bewegungen morgens sind schmerzhaft. Dann lässt der Schmerz recht bald nach.

Die zweite Schmerzart ist der Belastungsschmerz. Dieser tritt unter mehr oder weniger starker Belastung der betreffenden Fingergelenke auf. Erst wenn es zu einer Entzündung des Gelenks gekommen ist, tritt auch der Ruheschmerz (und der nächtliche Schmerz) auf, wie man ihn von einer Arthritis kennt.

Die Betroffenen spüren eine beginnende Arthrose in den Fingern zunächst daran, dass sie Schmerzen beim Greifen oder bei Drehbewegungen spüren. Sie fühlen sich kraftlos in den Händen. Im späteren Stadium kommt es dann zu den sichtbaren Osteophyten, den Knochenanbauten. Die Symptome an den betroffenen Fingergelenken:

  • Schmerzen (Anlaufschmerz, Belastungsschmerz)
  • periodische Schmerzen (Schmerzschübe)
  • Kraftlosigkeit
  • Versteifung
  • Schwellung der Gelenke
  • Knötchenbildung
  • veränderter Nagelwachstum (Rinnen, Dellen)
  • Versteifung und Verformungen können auch ohne Schmerzen auftreten

Wie kommt es zur Diagnose Fingerarthrose?

Arthrosen sind grundsätzlich unumkehrbare Krankheitsprozesse. Doch wer sie früh genug bemerkt und sich fachgerecht bei einer Orthopädin, einem Orthopäden beraten lässt, kann den weiteren Verlauf und die Symptome erheblich abmildern.
Erste Anzeichen sollten also ernstgenommen werden. Zum Beispiel, wenn es plötzlich vermehrt und ohne ersichtliche Gründe zu einer Kraftlosigkeit in den Händen kommt. Besonders beim Flaschenöffnen, Schlüssel herumdrehen oder beim Greifen von schwereren Gegenständen, macht sich die Schwäche bemerkbar. Schmerzen in den Fingergelenken, besonders morgens, können hinzukommen.

In einer orthopädischen Praxis kann eine Arthrose schnell und eindeutig diagnostiziert werden und zum Beispiel von einer Polyarthritis unterschieden werden. Bei der Polyarthritis sind meistens die Fingergrundgelenke betroffen, hin und wieder auch die Mittelgelenke. In der Regel treten die Beschwerden beidseitig auf. Verursacher ist hier das eigene Immunsystem, das für die Entzündungen des Bindegewebes und der Gelenke sorgt. Die Entzündungserscheinungen sind zudem stärker als bei einer Arthrose.


Klassische Therapiemaßnahmen bei Fingerarthrose

In einer Therapie gegen Fingerarthrosen geht es darum, die Schmerzen zu beseitigen, eventuelle Entzündungsprozesse zu verkürzen und die Beweglichkeit der Finger zu erhalten. Arthrosen können nicht geheilt werden. Normalerweise kommt es bei Fingerarthrosen nicht zu einer Operation, bei der, ähnlich wie bei Knien oder Hüften, Ersatzgelenke eingesetzt werden.

Medikamente gegen die Schmerzen und Entzündungsschübe

Für die akuten Schmerzschübe werden entzündungshemmende Schmerzmittel verschrieben. Wenn diese keine Besserung bringen, können entzündungs- und schmerzstillende Lösungen auch direkt in die Fingergelenke gespritzt werden. Neben der Schmerzlinderung geht es vor allem auch darum, die Entzündungsperioden möglichst kurz zu halten. Denn die Abbauprozesse der Knorpelmasse finden verstärkt während der Entzündungsprozesse statt.

Auch Injektionen mit Hyaluronsäure können helfen, die Entzündung rascher abklingen zu lassen. Hyaluronsäure dient quasi als Ersatz-Schmiermittel und verhindert die Reibung im Gelenk.

Bei einer Daumensattelarthrose kommt häufig eine Daumen-Schiene (Orthese) zum Einsatz, um den Daumen zu stabilisieren und eine Nutzung des Gelenks zu ermöglichen. Bei der Daumensattelarthrose kommt es auch gelegentlich, als letztes Mittel, zu einer Operation.

Bewegung

Im zweiten Teil der Therapie geht es darum, die Patienten fachgerecht anzuleiten, mit welchen Übungen sie ihre Fingergelenke schonend trainieren können. Bewegung sorgt dafür, dass sich der Abbauprozess des Knorpels verlangsamt und wirkt einer baldigen Versteifung entgegen:

  • Bewegungsübungen von Händen und Fingern im Wasser
  • sanfte Kraftübungen mit einem Softball
  • kleine Fingerübungen wie, Luftpiano spielen oder bestimmte Handzeichen, Fingerspiele, stufenweise eine Faust bilden etc.

Mit sanften Mitteln gegen die Schmerzen

Gerade wenn es um die schmerzhaften und entzündlichen Prozesse einer Arthrose geht, können auch pflanzliche Heilmittel Linderung bringen. Sie haben den Vorteil, dass sie sanft wirken, ohne die erheblichen Nebenwirkungen der synthetischen Arzneimittel.
Einige davon, zum Beispiel die Teufelskralle, sind sogar in klinischen Tests positiv als wirksame Schmerzstiller bewertet worden. Als Pflanzenheilmittel gegen Arthrose sind geeignet:

  • Weidenrinde, Knolle (wirkt als Tee entzündungshemmend, schmerzlindernd und schützt die Knorpelsubstanz)
  • Teufelskralle (Kapseln, Tees wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd)
  • Brennnesselblätter (als Tee, kurmäßig angewendet, senkt unter anderem die Produktion entzündungsfördernder Stoffe)
  • Ackerschachtelhalm (Tee aus Ackerschachtelhalm kräftigt das Bindegewebe durch den hohen Anteil an Kieselsäure)
  • Arnika (für äußere Behandlung als Salbe oder Tinktur zum Einreiben, wirkt entzündungshemmend)

Gibt es eine Ernährungsform gegen Arthrose?

Bestimmt lässt sich eine Fingerarthrose nicht mit einer bestimmten Ernährungsform heilen oder zum Stillstand bringen. Doch lassen sich diese Prozesse mit der richtigen Ernährung durchaus spürbar unterstützen:

  • weniger Fleisch und Wurst, mehr Gemüse essen
  • wertvolle Omega-3 Fette (Fisch, Pflanzenöle) konsumieren
  • täglich sollte Lauchgemüse (Zwiebel, Lauch, Knoblauch) mit auf dem Speiseplan stehen
  • möglichst Verzicht auf Gifte: Alkohol, Nikotin, Transfette, einfache Zucker

Was tun bei einem akuten Schmerzanfall wegen Finger-Arthrose?

Handelt es sich um einen akuten Entzündungsschmerz, mit Rötung, Hitze und Schwellung des Gelenkes, sind eiskalte Auflagen die erste Hilfsmaßnahme. Bei dumpfen Dauerschmerzen wirkt eher Wärme schmerzlindernd. Natürlich sollte man sich dann auch nicht scheuen, Schmerzmittel einzunehmen. In der Regel sind die Schmerzen vorübergehend, sodass negative Langzeitwirkungen der Arzneimittel nicht gefürchtet werden müssen.

Dennoch, akute entzündliche Schmerzen bedeuten, der Prozess schreitet fort. Dringend sollten Betroffene sich in professionelle, orthopädische Hände begeben, um ihre Finger möglichst lange schmerzfrei und ohne Deformitäten bewegen zu können.

Artikel zuletzt aktualisiert am 25. August 2019 von
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Diplompsychologe Martin Rosenauer„Stress und unverarbeitete Gefühle, vor allem Ängste, sind zweifellos der Hauptgrund für die meisten Schmerzen“

Diplompsychologe Martin Rosenauer

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