Haftungsausschluss

Nackenschmerzen durch Rheuma

Viele rheumatischen Erkrankungen haben auch Einfluss auf den Nackenbereich. Oft kommt es durch Gelenkschmerzen und Gelenkversteifungen zu einer Fehlhaltung der Wirbelsäule, welche sich unweigerlich auf den empfindlichen Halswirbelbereich auswirken. Aber auch die Halswirbel direkt können von Rheuma betroffen sein. Wie kann sich Rheuma im Nacken bemerkbar machen? Was kann man dagegen tun?

Rheuma, kurzer Überblick

Die Krankheit Rheuma gibt es eigentlich gar nicht. Besser ist es, von einer Erkrankung des rheumatischen Formenkreises zu reden. Dazu gehören über einhundert, zum Teil sehr unterschiedliche, Krankheitsbilder. Fast alle Strukturen können von diesem schubweise auftretenden, „fließenden Schmerzen (=Rheuma)“ betroffen sein. Vor allem sind es

  • Knochen,
  • Gelenke und die Strukturen drum herum (Muskeln, Sehnen, Bänder);
  • seltener auch Organe,
  • Gefäße,
  • Haut und
  • Nerven.
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Die Ursachen reichen von

  • autoimmunen Geschehen (chronische Polyarthritis),
  • über stoffwechselbedingte Erkrankungen (Gicht),
  • bis hin zu degenerativen (alters- verschleißbedingten) Arthrosen oder Arthritiden.

Die häufigsten rheumatischen Erkrankungen, die das Stützskelett und die Gelenkstrukturen betreffen, zählen zu den entzündlich-rheumatischen und degenerativen-rheumatischen Erkrankungen.

Zu den typischen Rheumaerkrankungen gehören die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen am Binde- und Stützgewebe, wie:

  • Rheumatoide Arthritis oder chronische Polyarthritis
  • Morbus Bechterew oder Spondylitis ankylosans
  • Psoriasis Arthritis
  • reaktive Arthritis
  • juvenile idiopathische Arthritis
  • Fibromyalgie

Rheuma und Schmerzen im Nacken

Besonderes häufig ist der Nackenbereich bei der rheumatoiden Arthritis, einer Fibromyalgie und beim Morbus Bechterew betroffen. Die Schmerzen sind dabei nicht in jedem Fall durch muskuläre Verspannungen verursacht. Auch die Bänder, Muskeln und die Gelenkinnenhäute der Halswirbel selbst können von der Entzündung betroffen sein.

Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis)

Schleichend oder auch plötzlich kommt es bei der Polyarthritis zu Schwellungen, Schmerzen und Steifheit in den Gelenken. Meistens sind zuerst die kleinen Gelenke an den Fingern und Zehen betroffen. Weitere Gelenke, die sich entzünden sind die obere Halswirbelsäule, Hand- und Fußgelenke oder auch Knie-, Schulter und Hüftgelenke.

An der Halswirbelsäule ist es der Bereich des ersten und zweiten Wirbels (C1 und C2). Entzündungen entstehen dort an den Wirbelgelenken (Facettengelenke) und den umliegenden Strukturen. Als Reaktion darauf wird Knochensubstanz angelagert, was dann zu einer Versteifung führt. In der Folge kommt es zusätzlich zu Arthrosen und zu Verspannungen der Muskulatur. Sämtliche Vorgänge sind von ziehenden heftigen Schmerzen begleitet. Den gleichen Verlauf können eine reaktive Arthritis (Gelenkentzündung aufgrund einer bakteriellen Entzündung im Körper) und eine juvenile idiopathische Arthritis (rheumatoide Arthritis im Kindes- oder Jungendalter) nehmen.

Morbus Bechterew

Auch bei der Bechterew Krankheit treten Nackenschmerzen nicht nur als Symptom, aufgrund haltungsbedingter Verspannungen, auf. Die Schmerzen können auch aus den Wirbelgelenken der Halswirbelsäule selbst kommen. Beim Morbus Bechterew beginnen die Beschwerden in der Regel mittig der Wirbelsäule (Brustwirbelsäule) und breiten sich dann nach unten zur Lendenwirbelsäule und nach oben, zur Halswirbelsäule hin aus.

Fibromyalgie

Fibromyalgie ist eine schwer zu definierende Krankheit. Oft spricht man daher auch vom Fibromyalgie Syndrom. Genaue Ausprägungen, Symptome und vor allem Ursachen sind nicht klar zu beschreiben. Fest steht, dass Fibromyalgie mit starken Muskelschmerzen einhergeht. Der Nackenbereich ist dabei nur eine der Schmerzzonen. Viele weitere, sehr unspezifische Symptome können mit Fibromyalgie einhergehen. Die Diagnose Fibromyalgie ist daher nicht einfach zu stellen.


Welcher Arzt, welche Ärztin kann bei Rheuma und Nackenschmerzen helfen?

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Bei Schmerzen im Nackenbereich wird nicht jeder gleich an einen Arztbesuch denken. In der Regel sind es muskuläre Verspannungen und die Ursachen dafür können oftmals selbst hergeleitet werden.

Doch immer, wenn es neben den Nackenschmerzen zu weiteren Begleitsymptomen kommt, sollte man in seiner Hausarztpraxis vorstellig werden. Je nach Befund erfolgt dann eine Überweisung an die entsprechenden Fachärztinnen, Fachärzte der Neurologie, Orthopädie oder Rheumatologie.

Typische Nacken-Symptome bei rheumatischen Erkrankungen sind:

  • Hinterkopf-Nackenschmerzen
  • schlimmer bei Kopfbewegung
  • Schmerzen im Nacken vergehen nach einiger Zeit wieder
  • später unsicherer Gang, Bewegungseinschränkungen der Finger und Hände
    (Zeichen für eine Verengung des Spinalkanals)

Die Symptome eines rheumatischen Befalls der Halswirbelsäule werden in drei Stadien eingeteilt:

1. Stadium: verstärkte Gleitbeweglichkeit im Bereich des ersten und zweiten Halwirbels durch Entzündung des Bandapparates
2. Stadium: der 2. Halswirbel (C2) schiebt sich höher (vertikale Instabilität)
3. Stadium: entzündliche Zerstörungen an den Wirbelgelenken (subaxiale Instabilität); Überlastung der gesamten Halswirbelsäule durch die Instabilität


Therapie und Eigenbehandlung von Nackenschmerzen durch Rheuma

Die Therapien richten sich ganz danach, auf welche Art der Nackenbereich von der rheumatischen Entzündung direkt betroffen ist. Auf jeden Fall wird eine Therapie zweigleisig erfolgen. Das heißt, es werden die Symptome behandelt und es wird versucht, auf die rheumatische Erkrankung Einfluss zu nehmen. Dafür stehen unterschiedliche Therapieformen zur Verfügung:

Konservative Therapie

Hier geht es um die jeweiligen subjektiv empfundenen Beschwerden. Das wichtigste ist eine umfassende Aufklärung über die Krankheit und ihre Auswirkungen und über den möglichen Verlauf. Dazu gehört eine gründliche Unterweisung darüber, wie die Betroffenen sich am besten durch ihren Alltag bewegen, insbesondere dann, wenn bereits eine Instabilität der Halswirbelsäule vorliegt. Die Patienten bekommen erklärt, worauf sie achten müssen, um eventuelle körperliche Alarmsignale zu erkennen.

Physiotherapie

Hier liegt der Fokus darauf, die meistens verspannte Nackenmuskulatur zu entspannen, um einen normalen Muskeltonus herzustellen. Weiter geht es darum, die Muskulatur zu stärken. Die Anleitung für die entsprechenden Übungen erfordert physiotherapeutisches Fachwissen. Es müssen die tief liegenden Nackenmuskeln für eine angemessene Bewegung (Flexion, Rotation, Extension) trainiert werden. Die größeren Muskeln im Nacken- und Schulterbereich müssen gestärkt werden, ohne dass es zu schädigende Bewegungen für die Halswirbel kommt. Meistens handelt es sich bei diesen Muskeltrainings um isometrische Muskelübungen.

Schmerztherapie

Eine Schmerztherapie verläuft nach dem üblichen Schema einer medikamentösen Behandlung von Rheumapatienten. Je nach Leidensdruck werden nichtsteroidale Antirheumatika, Analgetika oder Kortison verschrieben. Auch lokale Injektionen mit Schmerzmitteln oder Kortison können direkt in die schmerzenden Stellen gespritzt werden. Die Ruhigstellung mit einer Halskrause wird nur als Mittel gegen die Schmerzen verordnet, auf keinen Fall, um die Halswirbelsäule dauerhaft zu stabilisieren. Bei Dauerschmerzen kann auch eine Denervation durchgeführt werden. Dabei werden die Nervenfasern, die von den schmerzenden Wirbelgelenken ins Gehirn ziehen mit Hitze verödet.

Operation

Wann und welche Operation nötig sein könnte, richtet sich nach dem Krankheitsbild und ist keineswegs nach einem bestimmten Schema zu beantworten. Hier gibt es selbst unter Fachleuten zu ein und dem selben Fall oftmals unterschiedliche Meinungen über die Notwendigkeit einer Operation. In Frage kommen könnte zum Beispiel eine Versteifungsoperation, zwischen dem ersten und zweiten Halswirbel.

Selbsthilfe

Die wichtigste Maßnahme ist es zunächst, die erlernten Verhaltensweisen und das tägliche Training vorschriftsmäßig und regelmäßig in den Alltag zu integrieren. Da die Schmerzen in der Regel schubweise auftreten, sollte man sich nicht scheuen, für diese Zeit (meist ein oder zwei Wochen) auf Schmerzmittel zurückzugreifen. Nur so lassen sich zusätzliche Schmerzen durch weitere Verspannungen der Nackenmuskulatur vorbeugen und vermeiden.

Letzte Version vom 7. August 2018 von
Über den Autor René Dasbeck Hauptberuflich bin ich als IT-Experte in einem Kinderzeitschriftenverlag tätig, privat glücklicher Vater zweier toller Töchter und hier Betreiber einer Webseite, auf der ich vom täglichen Kampf gegen meine Schmerzen im Nacken und Rücken berichte. In den letzten Jahren habe ich viele Probleme mit meinem Körper aushalten müssen, konnte aber durch intensive Beschäftigung mit dem Thema viel Wissen aufbauen, das leider die meisten Mediziner mir nicht bieten konnten. Letzten Endes habe ich Schmerzen weitestgehend aus meinem Leben verbannen können. Um anderen Leidgenossen zu helfen, gebe ich hier einen umfassenden medizinischen Überblick und meine Erfahrungen über Schmerzen vieler Art weiter und empfehle so manches Buch oder Produkt, welches mir im Kampf gegen die Schmerzen geholfen haben. Mehr Informationen über mich und meine Erfahrungen findest du auf meiner "Über mich"-Seite. Und wenn du Rat zu Nackenschmerzen benötigst, kannst du mich gerne unter info@schmerz-im-nacken.de anschreiben.
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