Haftungsausschluss

Rückenschmerzen und Muskelkrämpfe

Im gesamten Bereich der Rückenmuskulatur kann es zu plötzlichen Krämpfen (Spasmus) kommen. Dabei verkrampfen sich im Rücken, besonders die tief sitzenden Muskelfasern aufgrund eines äußeren Reizes. Verkrampfung bedeutet dabei, dass sich angespannte Muskelfasern nicht mehr aus ihrer Anspannung lösen können. Dies führt zu heftigen Schmerzen mit Bewegungseinschränkungen. Muskelkrämpfe können durch Überforderung oder auch durch bestimmte Erkrankungen hervorgerufen werden.

Wie entsteht ein Muskelkrampf im Rücken?

Die Muskelfasern gleiten bei der An- und Entspannung aneinander vorbei und sorgen so für die Muskelarbeit. Bei der Skelettmuskulatur (auch quer gestreifte oder willkürliche Muskulatur genannt) gibt es vor der Muskelarbeit einen willkürlichen Befehl durch die Nerven, sich jetzt anzuspannen und auch wieder zu entspannen. Genau bei dieser Befehlsübertragung kommt es jedoch zu Störungen. Die Nervenimpulse spielen verrückt und schicken auf einmal zehn Mal so viele Signale, wie erforderlich wären. Dadurch werden auch noch, anstatt eine Entspannung auszulösen, die umliegenden Schmerzrezeptoren gereizt. Kein Wunder, dass es in dieser Situation zu fast unerträglichen Schmerzen an der Stelle des Krampfes kommt.

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Die genauen Ursachen für diese überschießenden Nervenimpulse sind noch nicht genau geklärt. Ein plötzlicher Krampf im Rücken wird häufig auch als Hexenschuss (Lumbago) wahrgenommen. Bei einem Hexenschuss handelt es sich um einen Überbegriff, der unterschiedliche Symptome, einen plötzlichen Schmerz mit Bewegungseinschränkung im Rückenbereich, zusammenfasst. Es können dafür Wirbelgelenkblockaden, Bandscheibenvorfälle, eingeklemmte Nerven oder eben auch Muskelkrämpfe verantwortlich sein.

Wer ist von Muskelkrämpfen betroffen?

In der Regel kommt es durch eine bestimmte Bewegung, häufig auch im Sport, zu Muskelkrämpfen. Krämpfe in der Rückenmuskulatur bilden da keine Ausnahme. Hier ist es in vielen Fällen eine schwache Muskulatur, die anfällig für diese überschießenden Nervensignale zu sein scheint. Bei einer ungeschickten, plötzlichen Bewegung lösen diese Signale dann eine Verkrampfung aus. Schwangere, Hochleistungssportler und Bewegungsmuffel zeigen eine höhere Anfälligkeit für Muskelkrämpfe.
Die Neigung zu Krampfanfällen nimmt ab dem 60. Lebensjahr wieder ab. Sie werden dann jedoch oft durch Rückenschmerzen aufgrund von Verschleißerscheinungen abgelöst.

Ursachen von Muskelkrämpfen im Rücken

Zum Glück stecken meistens keine ernsthaften Erkrankungen hinter Muskelkrämpfen, auch wenn sie im Moment ungewöhnlich starke Schmerzen verursachen. Es gibt unterschiedliche Auslöser, die in der Medizin als mögliche Ursachen geführt werden:

  • Überforderung der Muskulatur
    Sowohl untrainierte, nicht aufgewärmte und überlastete Muskeln sind anfällig für Krämpfe. Durch die Überforderung der Muskeln, so vermutet man, kommen die Nervenreizsignale durcheinander und beginnen immer mehr Anspannungs- statt Entspannungsreize zu senden.
  • Schwitzen
    Durch übermäßiges Schwitzen (Hitze, Sport) verliert der Körper auch wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente (Elektrolyte), die für die Nervenübertragungen wichtig sind. Hier muss rechtzeitig für Ausgleich gesorgt werden, am besten durch mineralhaltiges Wasser (Kalium, Magnesium, Natrium).
  • Magnesiummangel
    Ein Mangel an Magnesium ist weitaus seltener die Ursache für Muskelkrämpfe als immer angenommen wird. Eine wissenschaflicher Nachweis inwieweit Magnesiumgaben vor Muskelkrämpfen schützen steht noch aus. Auf jeden Fall sollte Magnesium nicht im Übermaß konsumiert werden, da es zu schweren Nebenwirkungen führen kann. Besser, man erfüllt seinen Bedarf durch abwechslungsreiche, frische Kost und Wasser.
  • Schwache Muskulatur
    Wer überwiegend bewegungslos durch den Alltag geht, ohne für den nötigen Ausgleich zu sorgen, fördert ebenfalls eine Krampfneigung bei plötzlicher Belastung. Wie auch bei der Überforderung kommt es durch die plötzliche Überbelastung zu einer Fehlreaktion der Nervenreize.
  • Erkrankungen als Ursache
    Zu fehlerhaften Signalübertragungen zwischen Nerven und Muskeln kann es unter anderem auch durch Alkoholmissbrauch, Stoffwechselerkrankungen (Diabetes), Erkrankungen des Nervensystems oder bestimmten Schilddrüsenerkrankungen kommen.

Weitere Risikofaktoren, durch die Nervensignale zu den Muskeln gestört werden können, sind: Schlafstörungen, allgemeine Überforderung, Muskelentzündungen und Durchblutungsstörungen. Auch in der Schwangerschaft kann es zu einer erhöhten Krampfneigung kommen.

Woran erkenne ich einen Muskelkrampf im Rücken?

Bei einem Muskelkrampf kommt es plötzlich zu starken, stechenden und einseitigen Schmerzen im Rücken. Die Schmerzen ziehen nicht in die Schultern, Arme oder Beine. Es kommt neben den Schmerzen auch zu einer starken Bewegungseinschränkung. In der Regel dauern die Schmerzen nur wenige Minuten lang.

Die Krämpfe können sowohl in Ruhe, auch im Schlaf auftreten, sind aber häufiger nach, oder während, einer bestimmten Bewegung anzutreffen.
Im Grunde ist ein Muskelkrampf allein durch die Symptome und die kurze Dauer schnell diagnostiziert und fast genauso schnell auch wieder überstanden. Treten allerdings häufiger Rückenkrämpfe auf, ohne dass man eine offensichtliche Überforderung riskiert hat, sollte man sich unbedingt auf die Suche nach der Ursache machen.

Nach dem Krampfanfall kann es zu leichten, dumpfen Nach-Schmerzen kommen. Das ist dann der Muskelkater aufgrund der ungewohnten, heftigen Anspannung.

Akute Hilfe gegen Krämpfe der Rückenmuskulatur

Akut muss die Hilfe gegen einen Krampf im Rücken schon sein, denn er ist in der Regel schnell vorbei. Doch dafür ist der Schmerz oft umso unerträglicher. Hier ein paar Tipps, um sich sofort Linderung zu verschaffen:

Die besten Mittel gegen die akuten Schmerzen sind Kälte und/ oder Bewegung. Klar, bei diesen Beschwerden wird der Drang nach Bewegung nicht allzu groß sein. Dennoch, eine gute Maßnahme ist das „Herumtigern“. Bewegung sorgt für eine Normalisierung der Nervenreize und Entspannung der Muskeln. Die Rückenmuskeln lassen sich nicht so einfach in die Hand nehmen und passiv dehnen, wie bei einem Krampf in den Extremitäten. Herumzulaufen ist eine bessere Maßnahme, als sich ruhig hinzulegen.

Dennoch, wenn der Schmerz zu groß ist, hilft es, sich für eine kurze Zeit auf Eis zu legen. Dafür umwickelt man ein Eispad in ein Handtuch und legt sich mit der schmerzenden Stelle darauf. Schmerztabletten werden in der Regel zu lange benötigen, um zu wirken.

In der Tendenz sollten auf jeden Fall, sobald es möglich ist, dehnende Bewegungen des Rückens durchgeführt werden.

Wer kann helfen und wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Wenn ein Rückenkrampf häufiger auftritt, sollte man sich unbedingt auf die Suche nach der Ursache machen. Vielleicht steckt ja doch eine Erkrankung dahinter oder zumindest wird es höchste Zeit, die Rückenmuskulatur unter orthopädischer Anleitung auf Trab zu bringen.

Meistens, wenn dieser Krampf aufgrund einer plötzlichen Bewegung entstanden und relativ schnell wieder vorbei ist, muss man sich keine großen Sorgen machen. Ausreichend Bewegung und eine bewusste Stärkung der Rückenmuskulatur reichen aus, um das Risiko für den nächsten Muskelkrampf zum mindern.
Doch wenn diese Situationen häufiger vorkommen, und ohne ersichtliche Auslöser, wird es Zeit zu handeln. Die ersten Schritte zur Diagnose können die Betroffenen selbst leisten, indem sie aufmerksam die Symptome beobachten und vor allem die Situationen, in denen dieser Krämpfe auftreten.

Es ist wichtig, einen Rückenkrampf von sämtlichen anderen Ursachen eines Hexenschusses abzugrenzen. Hier kann dann die hausärztliche Praxis oder die behandelnde Orthopädie weiterhelfen. Auch gilt es eventuelle Grunderkrankungen auszuschließen.

Wie immer ist eine gute Vorbeugung das Beste. Das heißt: Keinen übertrieben Ehrgeiz im Sport; nur gut aufgewärmt Höchstleisungen von den Muskeln abfordern; vor allem, sämtliche Muskeln, besonders die des Rumpfes, regelmäßig trainieren.

Letzte Version vom 25. August 2019 von
Über den Autor René Dasbeck Hauptberuflich bin ich als IT-Experte in einem Kinderzeitschriftenverlag tätig, privat glücklicher Vater zweier toller Töchter und hier Betreiber einer Webseite, auf der ich vom täglichen Kampf gegen meine Schmerzen im Nacken und Rücken berichte. In den letzten Jahren habe ich viele Probleme mit meinem Körper aushalten müssen, konnte aber durch intensive Beschäftigung mit dem Thema viel Wissen aufbauen, das leider die meisten Mediziner mir nicht bieten konnten. Letzten Endes habe ich Schmerzen weitestgehend aus meinem Leben verbannen können. Um anderen Leidgenossen zu helfen, gebe ich hier einen umfassenden medizinischen Überblick und meine Erfahrungen über Schmerzen vieler Art weiter und empfehle so manches Buch oder Produkt, welche mir im Kampf gegen die Schmerzen geholfen haben. Mehr Informationen über mich und meine Erfahrungen findest du auf meiner "Über mich"-Seite. Und wenn du Rat zu Nackenschmerzen benötigst, kannst du mich gerne unter info@schmerz-im-nacken.de anschreiben.
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