Haftungsausschluss

Nackenschmerzen bei älteren Menschen

Gerade ältere Menschen leiden unter Nackenschmerzen. Als Ursache dafür ist häufig der Verschleiß der Gelenke zu sehen.

Fair ist das nicht, dass im Alter gleich drei ungünstige Umstände aufeinandertreffen:

  1. Die Fähigkeit zur Regeneration lässt mit zunehmendem Alter nach
  2. Eine Jahrzehnte lange ungünstige Lebensweise beginnt langsam, ihre Spuren zu hinterlassen
  3. Im Alter erfolgt meist eine schlechtere Versorgung und Verwertung von Mikro- und Makronährstoffen, begleitet von einem zunehmenden Mangel an Bewegung

In jungen Jahren entstehen Nackenschmerzen häufig akut durch Fehlhaltungen, falsche Belastung oder Zug. Im fortgeschrittenen Alter sind es meistens Nackenschmerzen, die sich aufgrund von Verschleißerscheinungen langsam einschleichen und chronisch werden.

Nackenschmerzen durch Verschleiß

Im Nackenbereich ist die Wirbelsäule besonders beweglich. Viele Muskeln der Halswirbelsäule verbinden diese mit unterschiedlichen Teilen des Skeletts und dem Schädel. Das garantiert eine hohe Beweglichkeit und gibt dem Kopf die nötige Stabilität. Die kleinen Wirbelgelenke und die Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern verbringen Höchstleistungen. Kein Wunder, wenn es gerade diese Strukturen sind, die sich im Alter am häufigsten degenerativ verändern.

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Das Gewebe der Gelenkknorpel und der Bandscheiben erneuert sich im Laufe des Lebens nicht. Verloren gegangenes Gewebe ist somit für immer verloren. Die Knorpelmasse reibt sich mit der Zeit ab. Die Bandscheiben verlieren an Flüssigkeit und somit an Elastizität. Hinzu kommt, dass sich auch der Hormonstatus im Körper des älteren Menschen verändert. Alle aufbauenden Hormone (Testosteron, Östrogen) nehmen ab. Durch die schlechte Regenerationsfähigkeit kommt es häufig zu länger andauernden Entzündungsvorgängen, die besonders in den Gelenken Gewebeschäden verursachen. Nackenschmerzen im Alter sind daher oft Symptome von degenerativen Halswirbelsäulenerkrankungen.

Häufige Ursachen für Nackenschmerzen im Alter und was man dagegen tun kann

Zervikale Arthrose

Arthrose ist eine weitverbreitete und typische Verschleißerscheinung der Gelenke. In der Hauptsache sind intensiv Sport treibenden Personen sowie Menschen im fortgeschrittenen Alter davon betroffen. Während die Erstgenannten eine Arthrose eher in den Kniegelenken verspüren, ist eine Arthrose in den Wirbelgelenken der Halswirbelsäule bei älteren Menschen recht weit verbreitet. Es betrifft dann in der Regel die Intervertebralgelenke, das sind die Gelenke zwischen den Wirbelbögen oder die kleinen Halbgelenke, Hemiarthrosen. Diese bilden sich während der Kindheit zwischen den Deckpatten der 3. und 7. Halswirbel und ermöglichen mehr Bewegungsspielraum, sind aber keine richtigen Gelenke. Die Medizin spricht bei diesen Arthrose Erkrankungen entweder von einer zervikalen Spondylarthrose oder einer Uncovertebral-Arthrose.

Die Hauptursache für einen Verschleiß in den Gelenken ist zwar auch das fortgeschrittene Alter an sich. Aber zusätzlich begünstigen jahrelange Fehlhaltungen, Fehlbelastungen durch Übergewicht und Bewegungslosigkeit, das Entstehen dieser Arthrose Erkrankungen.

Zervikale Chondrose

Bei einer Chondrose ist die Knorpelmasse (Chondros= griech. Knorpel) degenerativ verändert. So ist auch die zervikale Chondrose eine typische Abnutzungserscheinung, die überwiegend im fortgeschrittenen Alter entsteht. Dabei verlieren die Bandscheiben zwischen den Halswirbeln mit der Zeit an Flüssigkeit. Sie trockenen gewissermaßen aus, sind weniger elastisch und es können leicht Risse entstehen. Bei einer zervikalen Chrondrose handelt es sich um eine Veränderung der Knorpelmasse (Bandscheiben) zwischen den Halswirbeln. Oft bildet sich aus der Chondrose eine Osteochondrose intervertebralis. Das heißt, dass nun auch die Knochen vom Abbau betroffen sind. Im weiteren Verlauf kann dann eine Spondylose daraus entstehen. Auch die Gefahr eines Bandscheibenvorfalls oder einer Bandscheibenvorwölbung erhöht sich durch die Chondrose.

Zervikale Spondylose, Ankylose

Durch veränderte, abgenutzte Bandscheiben treffen an einigen Stellen die Halswirbel direkt aufeinander. Als eine Art Schutzreaktion bilden sich Spondylophyten oder Hyperostosen an den Wirbelkörpern. Es handelt sich dabei um knöcherne Anbauten. Dadurch versteift die Wirbelsäule in diesem Bereich. Nicht immer muss es zu Nackenschmerzen kommen. Doch meistens gibt es leichte bis starke Bewegungseinschränkungen. Als zervikale Spondylose oder auch Spondylosis deformans werden allgemein degenerative Veränderungen an den Halswirbeln bezeichnet. Von einer Ankylose spricht man bei einer Versteifung durch eine Verknöcherung der Wirbelgelenke.

Was können Senioren tun um Nackenschmerzen durch degenerativen Erkrankungen an der HWS zu lindern?

In ihrer Symptomatik sind die degenerativen Erkrankungen wie Arthrose, Chondrose, Osteochondrose und Spondylose nur schwer von einander zu unterscheiden. Bei all diesen Verschleißerscheinungen an der Halswirbelsäule kommt es in der Folge zu Nackenschmerzen bei Bewegung bis hin zu chronischen Nackenschmerzen und zur Nackensteifigkeit. Nur durch ein bildgebendes Verfahren (Röntgen) lässt sich eindeutig feststellen, wie weit der Verschleiß fortgeschritten ist und welche Strukturen betroffen sind. Richtig heilen lassen sich weder die Arthrose noch eine Spondylose. Die degenerierte Gewebemasse wird nicht wieder neu aufgebaut. Die beste Therapie ist also die Vorbeugung. Ansonsten heißt die Devise, Schadensbegrenzung und Schmerzlinderung.

In den Therapien geht es in der Hauptsache also darum, die Schmerzen weitestgehend zu lindern und chronische Schmerzzustände zu vermeiden. Durch gezielte Bewegungsübungen lässt sich ein schnelles Fortschreiten der Erkrankungen verhindern. Auf keinen Fall sollten Senioren sich mit den Schmerzen einfach abfinden. In einer orthopädischen Praxis wird man wissen, welche (Schmerz)Mittel der Wahl im individuellen Fall am besten sind.

So können zum Beispiel Schmerzmedikamente, manuelle Therapien und Wärme zur Anwendung kommen. In hartnäckigen Fällen werden sogenannte Kortisoninfiltrationen an den Halswirbelgelenken oder auch an den Nervenaustrittsstellen gesetzt. Eine weitere Möglichkeit zur Vermeidung chronischer Schmerzzustände ist eine Facettendenervation, dabei werden die schmerzleitenden Nerven verödet.

Die wichtigste Maßnahme bleibt die Bewegung, auch oder gerade im Alter. Wenn Bewegungen schwerfallen, sind Schwimmen und Wassergymnastik die beste Methoden in Bewegung zu bleiben. Fehlhaltungen und Übergewicht sind zu vermeiden. Letztendlich kommt das, genau wie der Sport, allen Gelenken im Körper zugute.

Osteoporose

Ebenfalls können Schmerzen im Nacken ein Anzeichen für Osteoporose sein. Fehlendes Östrogen nach der Menopause, fortgeschrittenes Alter, Osteoporose Erkrankungen in der Familie sowie ein ungesunder Lebensstil begünstigen die Entstehung einer Osteoporose. Oft sind plötzlich auftretende Nacken- oder Rückenschmerzen, die ersten Anzeichen. Das können Ermüdungsbrüche der Wirbel sein.

Wenn die Schmerzen länger als 4 Wochen anhalten und auch andere Anzeichen (60+, weiblich, familiäre Häufung) vorliegen ist es höchste Zeit eine Knochendichtemessung durchführen zu lassen. Wenn sich eine Osteoporose durch erste Symptome in Form von Knochenbrüchen (Wirbel, Rippen) ohne starke äußere Einwirkungen, bemerkbar macht, ist sie schon sehr weit fortgeschritten. Eine Heilung ist nicht mehr möglich. Daher ist es am Besten, gerade für Frauen, relativ früh abzuklären, ob eine krankhafte Abnahme der Knochendichte vorliegt.

Was können ältere Menschen tun, um Nackenschmerzen durch Osteoporose an der Halswirbelsäule zu lindern oder zu vermeiden?

Zur Vorbeugung und zur begleitenden Behandlung einer Osteoporose sind die beiden Faktoren Bewegung und Ernährung besonders wichtig. Die Nackenschmerzen selbst können parallel mit Wärmeanwendungen (Kirschkernkissen, Rotlicht etc.) und falls nötig mit Schmerzmitteln behandelt werden. Wenn die Knochen schwächer werden, müssen die Muskeln stärker werden. Für den Halswirbelbereich heißt es jetzt, die Nackenmuskulatur durch gezielte Übungen stärken. Mit der Ernährung muss genügend Kalzium aufgenommen werden (Milchprodukte, grüne Gemüsesorten), auch eine ausreichende Zufuhr an Vitamin D (Eier, fettreicher Fisch) ist entscheidend für den Knochenstoffwechsel. Lebensmittel mit hohen Phosphatanteilen, wie Colagetränke, Wurst und Schmelzkäse, sollten ganz gemieden werden.

Definitionen

Zervikale Spondylarthrose

Eine Spondylarthrose ist eine degenerative Veränderung an den kleinen Wirbelgelenken. Zervikal bezeichnet den Bereich der Halswirbelsäule. Man spricht auch von einem HWS-Syndrom oder Facettensyndrom. Neben Nackenschmerzen kann es durch eine Reizung der Spinalnerven auch zu Schwindel, Kopfschmerzen, Taubheitsgefühlen und Kribbeln in den Armen, zu Seh- und Hörstörungen kommen.

Uncovertebral-Arthrose

Die Uncovertebralgelenke sind Halbgelenke, die sich erst ab dem fünften Lebensjahr an den Halswirbeln bilden. Im Laufe des Lebens kommt es zu weiteren knöchernen Anbauten an diesen Halbgelenken. Diese können bis in die angrenzenden Strukturen der dortigen Muskeln und Nervenwurzeln hineinreichen. In der Folge kommt es zunächst zu bewegungsabhängigen Nackenschmerzen.

Osteochondrose

Osteo der Knochen. Chondro der Knorpel. Die Osteochondrose ist eine verschleißbedingte Veränderungen an der Wirbelsäule. Diese Krankheit verläuft schleichend. Betroffen sind die Bandscheiben, aus Knorpelgewebe und die Wirbelkörper. Hauptursachen sind falsche Belastungen, Überbelastungen und Bewegungslosigkeit. Das führt mit fortschreitendem Alter zu einer Abflachung der Bandscheiben und in der Folge zu Veränderungen der Wirbelkörper.

Kortisoninfiltration

Das ist die Spritze, die man oft bei Rückenschmerzen verabreicht bekommt. Eine Kortisoninfiltration wird auch bei Schmerzen und Entzündungen in fast allen anderen Gelenken eingesetzt. Eine Kortisonspritze enthält meistens eine Kombination aus Cortison und einem lokalen Betäubungsmittel. Da es zu unerwünschten Nebenwirkungen führen kann, ist die Anzahl der Injektionen pro Jahr begrenzt.

Facettendenervation

In hartnäckigen Fällen einer Wirbelgelenksarthrose (Facettensyndrom) kann eine Facettendenervation eine weitergehende Behandlung nach einer Kortisoninfiltration sein. Es handelt sich dabei um eine Nervenverödung mittels Hitze. Größere Gebiete werden mit Radiofrequenzelektroden praktisch stillgelegt. die Weiterleitung der Schmerzreize zum Gehirn wird damit unterbrochen. Für eine bessere Zielgenauigkeit kann die Verödung auch mit einem Endoskop durchgeführt werden.

Letzte Version vom 19. August 2018 von
Über den Autor René Dasbeck Hauptberuflich bin ich als IT-Experte in einem Kinderzeitschriftenverlag tätig, privat glücklicher Vater zweier toller Töchter und hier Betreiber einer Webseite, auf der ich vom täglichen Kampf gegen meine Schmerzen im Nacken und Rücken berichte. In den letzten Jahren habe ich viele Probleme mit meinem Körper aushalten müssen, konnte aber durch intensive Beschäftigung mit dem Thema viel Wissen aufbauen, das leider die meisten Mediziner mir nicht bieten konnten. Letzten Endes habe ich Schmerzen weitestgehend aus meinem Leben verbannen können. Um anderen Leidgenossen zu helfen, gebe ich hier einen umfassenden medizinischen Überblick und meine Erfahrungen über Schmerzen vieler Art weiter und empfehle so manches Buch oder Produkt, welches mir im Kampf gegen die Schmerzen geholfen haben. Mehr Informationen über mich und meine Erfahrungen findest du auf meiner "Über mich"-Seite. Und wenn du Rat zu Nackenschmerzen benötigst, kannst du mich gerne unter info@schmerz-im-nacken.de anschreiben.
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