Haftungsausschluss

Nackenschmerzen durch Schiefhals

50 Prozent aller Erwachsenen leiden mindestens einmal im Leben unter Nackenschmerzen. Die Ursachen sind sehr vielfältig. Ein häufiger Auslöser ist ein Schiefhals. Doch was steckt genau dahinter? Woher kommt er? Was kann helfen und ist er heilbar? Was kann man selber dagegen tun? Dies alles und noch viel mehr wird nachfolgend erläutert.

Was ist ein Schiefhals?

Der Schiefhals ist ein Sammelbegriff für verschiedene angeborene oder erworbene Fehlstellungen des Halses. Sie äußern sich in einer asymmetrischen Hals- oder Kopfhaltung. In der medizinischen Fachsprache wird der Schiefhals als Torticollis bezeichnet, was sich vom lateinischen Wort tortus ableitet, was für verdreht steht und collis bedeutet der Hals. Der Schiefhals ist die auffälligste und häufigste Form der Dystonie. Er resultiert aus einer Muskelverkrampfung, die verschiedene Halsmuskeln betreffen kann. Den Erkrankten scheint es so, als würde die Verkrampfung in die Muskelstränge hineinschießen und den Kopf in eine Richtung wegziehen. Der Schiefhals hat nichts mit Nackenverspannungen zu tun, die beispielsweise aus zu langen sitzenden Tätigkeiten resultieren können.

Was ist ein Torticollis?

Aus dem lateinischen übersetzt heißt „Torticollis“ Schiefhals, der gekrümmte Hals („tortus“ heißt gedreht oder gekrümmt; „Collum“ ist der Hals). Es handelt sich dabei um verschiedene Fehlhaltungen oder auch Bewegungen des Halses. Die Ursachen können unterschiedlich sein: angeborene Fehlstellungen, neurologische Erkrankungen, Augenerkrankungen sowie rheumatische Erkrankungen. Unterschieden wird der Torticollis medizinisch noch einmal nach den verschiedenen Neigungsrichtungen.

Weiterführende Informationen zu Torticollis.

Welche Symptome verursacht der Schiefhals?

Die Beschwerden können im Stehen, Sitzen, Liegen oder Gehen unterschiedlich sein. Die Betroffenen wenden häufig automatisch Tricks an, um sie zu erleichtern. Oft wird beobachtet, dass ein Finger an die Wange gedrückt wird, damit der Muskelzug abnimmt. In der Folge sind durch die Muskelverkrampfung auch Nackenschmerzen möglich. Ein akuter Schiefhals kann sich zudem durch eine innere

  • Unruhe,
  • Müdigkeit und
  • Schwindel

auszeichnen. Die Betroffenen leiden stark unter der Erkrankung, da sie vom Umfeld schnell wie Außenseiter behandelt werden. Daher ist es wichtig, dass der Schiefhals möglichst schnell als Dystonie erkannt und eine entsprechende Behandlung eingeleitet wird.

Definition: Was ist eine Dystonie?

Dystonie könnte man mit „schlechter Spannung“ übersetzen. Damit werden Bewegungsstörungen bezeichnet, die im motorischen Zentrum im Gehirn durch gestörte Nervenimpulse verursacht werden. Diese nerval bedingten Störungen der Muskelspannung können die unterschiedlichsten Körperregionen betreffen und sich unter anderem durch Spasmen oder Zittern bemerkbar machen. Deine zervikale Dystonie ist zum Beispiel der Torticollis spasmodicus, der spastische Schiefhals.

Weiterführende Informationen zu Dystonien.

Was sind die Ursachen für einen Schiefhals?

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Die genaue Ursache ist derzeit noch unbekannt. Sie können sehr vielfältig sein. Manche sind bereits angeboren, während andere im Laufe des Lebens erst erworben werden. Es wird vermutet, dass bei den Betroffenen eine Schädigung des Halsmuskels durch ein Geburtstrauma vorliegt. Die muskuläre Substanz wird dadurch in einen Strang verwandelt, der sich während des Wachstums nicht mehr ausdehnen kann. In vielen Fällen tritt zusätzlich noch eine Kontraktion der Nackenmuskulatur auf, was zu Nackenschmerzen führen kann.

Der angeborene Schiefhals ist seltener. Hier liegt auch die Vermutung nahe, dass der Embryo im Bauch der Mutter falsch gelegen hat. Bei Neugeborenen ist der Schiefhals im Schlaf besonders gut erkennbar, da der Kopf dann in der gleichen Position gehalten wird.

Was kann im Laufe des Lebens einen Schiefhals begünstigen?

Häufiger tritt die Erkrankung im Erwachsenenalter auf. Ein Auslöser kann auch eine Verletzung sein, aufgrund derer einer der Muskeln geschwächt oder verkürzt ist. Dies führt zu einem Ungleichgewicht zwischen den beiden Muskeln, sodass ein Schiefhals entsteht. Die Verkürzung des Muskels führt zur Neigung des Kopfes in eine Richtung. Der Kopf dreht sich gleichzeitig in die andere, gesunde Richtung. Aufgrund der Verkrampfungen, die mit dem Schiefhals einhergehen, kann der Körperteil nicht in die normale Position gebracht werden, sondern er verharrt in einer unnatürlichen Stellung. Dies kann Nackenschmerzen begünstigen.

Zu den möglichen Ursachen für einen erworbenen Schiefhals gehören zudem

  • knöcherne Störungen,
  • verschiedene Formen von Rheuma,
  • Entzündungen der Speicheldrüsen
  • oder Mandeln
  • sowie Abszesse
  • oder Hirntumore.

Wie kann ein Schiefhals behandelt werden?

Der angeborene Schiefhals wird anfangs mit Physiotherapie behandelt. Dies hilft auch dabei, den Nackenschmerzen entgegenzuwirken. Zur Therapie gehören Dehnungsübungen des verkürzten Muskels. Die Behandlung dauert mindestens ein Jahr. Im Anfangsstadium der Erkrankung kann es genügen, wenn das Neugeborene oft auf dem Bauch liegt. Die Halsmuskeln werden hierbei eher beansprucht und können sich somit gleichmäßiger ausbilden. Auf diese Weise können vorhandene Fehlstellungen manchmal von allein verschwinden.

Zusätzliche Unterstützung kann eine Halskrause bieten. Diese wird passgenau angefertigt, damit sie das Problem ganz gezielt beseitigt. Ein angeborener Schiefhals sollte innerhalb der ersten Monate behandelt werden. Bleiben konservative Maßnahmen erfolglos, ist eine Operation erforderlich. Dies wird häufig bei einem zu späten Therapiebeginn notwendig.

Behandlung eines erworbenen Schiefhalses

Im Erwachsenenalter ist die Prognose für verschiedene orthopädisch korrigierbare Prozesse gut. Gleichzeitig können auch die Nackenschmerzen gelindert werden. Injektionen von Botox in die dystonische Halsmuskulatur haben sich bei vielen Betroffenen als gut wirksam bewährt. Sie können die Kopfhaltung verbessern und die schmerzhaften Muskelbewegungen verringern. Die Behandlung verliert allerdings an Wirksamkeit, wenn gegen das Toxin Antikörper gebildet werden. Die Spasmen können durch physikalische Therapie, Massagen oder Medikamente unterdrückt werden. Der erste Ansprechpartner ist der Haus- oder Kinderarzt. Er kann an einen Orthopäden oder Physiotherapeuten überweisen.

Was sind die Folgen eines Schiefhalses? Ist er heilbar?

Wird der angeborene Schiefhals nicht behandelt, kommt es zu einer ständigen Fehlhaltung des Kopfes. Im Laufe der Zeit führt es zu einer krummen Wirbelsäule. Dies kann nicht nur Rückenschmerzen, sondern auch dauerhafte Nackenschmerzen zur Folge haben. Daher ist eine frühzeitige Therapie ratsam. Der Schiefhals kann je nach Schweregrad ein Leben lang andauern, aber auch plötzlich wieder von allein vergehen oder besser werden. Er kann eine eingeschränkte Beweglichkeit und Haltungsdeformität verursachen. In bis zu 20 Prozent aller Fälle kommt es innerhalb von fünf Jahren zu einer spontanen Rückbildung, insbesondere bei einer milderen Ausprägung und einem früheren Beginn.

Was kann selber getan werden, um einen Schiefhals zu behandeln?

Wer von einem akuten Schiefhals betroffen ist, sollte alle unnötigen Anstrengungen und Überlastungen vermeiden. Auf Übungen oder andere Bewegungen sollte verzichtet werden, denn dadurch werden die Schmerzen und Muskelspannungen nur erhöht. Es ist ratsam, zwei bis drei Tage Pause einzuplanen. Hilfreich sind ein Schal oder Watteverband. Die schmerzhaften Muskelpartien können im Vorfeld mit einer wärmenden Salbe eingerieben werden. Manchmal lindert eine heiße Dusche den Schmerz. Hierfür sollte der Strahl auf die betroffene Stelle der Halswirbelsäule gerichtet werden. Danach ist es wieder empfehlenswert, die Körperpartie warm zu halten.

Kälte, Zug und Feuchtigkeit sind zu vermeiden. Nach einigen Tagen könnte der Schiefhals folgenlos abgeklungen sein. In anderen Fällen sollte ein Mediziner aufgesucht werden, der eine passende Therapie einleiten kann. Wärmeanwendungen können auch bei schmerzhaften chronischen Muskelverspannungen und Nackenschmerzen hilfreich sein. Bei akuten Schmerzen hilft aber anfänglich oft auch Kühlung. Stress sollte vermieden oder abgebaut werden.

Welche Übungen sind nach einer Schonzeit hilfreich?

Nach ein paar Tagen kann langsam mit leichten Übungen begonnen werden. Sie dienen der Muskeldehnung und der Entspannung des Halses, sollten aber unter der Anleitung eines Physiotherapeuten erfolgen. Die Übungen können dann regelmäßig fortgeführt und gesteigert werden. Sie helfen auch dabei, die Haltung zu verbessern. Starke Verspannungen und Schmerzen der Nackenmuskulatur reagieren häufig gut auf eine Druckpunktbehandlung: Hierfür wird auf dem Boden eine Rückenlage eingenommen und der schmerzende Nacken auf Tennisbälle gebettet. Hierbei entsteht ein Druck, der anfangs ungewohnt und unangenehm sein kann. Nach einiger Zeit führt er jedoch zur deutlichen Entspannung der Muskulatur.

Die Halswirbelsäule muss in Bewegung gehalten, die normalen sportlichen Aktivitäten allerdings unterbrochen werden, solange Nackenschmerzen vorhanden sind. In dieser Zeit sind nackenspezifische Übungen hilfreich, beispielsweise graduelle Bewegungen der Halswirbelsäule in sämtliche Richtungen. Sie helfen dabei, die verspannten oder verkürzten Muskeln zu dehnen.

Fazit

Ein akuter Schiefhals gehört unbedingt in medizinische Behandlung. Auch bei Symptomen wie Nackenverspannungen oder Nackenschmerzen ist ein Arzt zu konsultieren. Das Gleiche gilt, wenn aufgrund von Schmerzen und Blockaden keine gerade Haltung eingenommen werden kann. Ein akuter Schiefhals kann durch einige Maßnahmen vorgebeugt werden. Während des Sports oder der Arbeit sowie beim Tragen von schweren Gegenständen sollte auf eine korrekte Körperhaltung geachtet werden. Auch regelmäßige Bewegung ist wichtig, denn sie regt die Durchblutung der Muskulatur an. Zudem empfiehlt es sich, ein geeignetes Kissen zu verwenden und die Nackenmuskulatur zu dehnen. Diese Maßnahmen können die Verkürzung der Muskulatur verhindern.

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