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Schmerzen im unteren Rücken – was tun?

Es gibt kaum einen Erwachsenen in Mitteleuropa, der nicht mindestens einmal in seinem Leben unter Rückenschmerzen zu leiden hatte. In den meisten Fällen sind die Schmerzen im unteren Rückenbereich lokalisiert. Dieser Bereich hat die größte Last zu (er)tragen. Nicht immer gibt es eine spezifische Ursache. Die Medizin unterscheidet daher zwischen spezifischen und unspezifischen Rückenleiden. Letztere machen den weitaus größten Anteil aus.

Symptome bei Schmerzen im unteren Rücken

Zum unteren Rücken zählt der Bereich von der Lendenwirbelsäule, über das Kreuzbein, abwärts bis zum Steißbein. Oft lässt sich der Schmerz nicht genau lokalisieren. Er strahlt in die Umgebung aus oder wandert in andere Regionen.
Die Symptome lassen sich nach Dauer, Lokalisation und Schweregrad der Schmerzen einteilen, um so die mögliche Ursache zu herauszufinden. Auch auffällige Begleitsymptome, wie zum Beispiel Fieber, Taubheitsgefühle oder Konzentrationsschwäche müssen dabei mit einbezogen werden.

Wie lange die Schmerzen anhalten, wird in der Medizin eingeteilt in:

  • akut (kürzer als 6 Wochen)
  • subakut (länger als 6 Wochen)
  • chronisch (länger als 12 Wochen)
  • rezidivierend (chronisch wiederkehrend)

Wann und wie treten die Schmerzen auf:

  • in Bewegung
  • in Ruhe
  • Anlaufschmerz
  • Belastungsschmerz
  • plötzlich einschießend
  • schleichend stärker werdend

Nicht-entzündliche Rückenschmerzen

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem entzündlichen und einem nicht-entzündlichen Schmerz.
Die auffälligsten Merkmale bei nicht-entzündliche Rückenschmerzen, zum Beispiel bei einem Bandscheibenvorfall, sind:

  • besser in Ruhe
  • Bewegungen schmerzen

Entzündliche Rückenschmerzen

Entzündliche Schmerzen sind seltener und treten meist in Folge einer rheumatischen Entzündung der Gelenke auf (zum Beispiel: Spondyloarthritis):

  • schleichender Beginn
  • besser bei Bewegung
  • chronisch, länger als 3 Monate
  • schlimmer nachts und am frühen Morgen

Typische Ursachen für Rückenschmerzen im unteren Rücken

Die meisten Ursachen für Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich liegen im degenerativen Bereich, es sind Abnutzungserscheinungen. Häufig werden sie durch Fehlhaltungen, Fehlbelastungen und durch einen Lebenswandel ausgelöst, der nicht gesund ist. In erster Linie handelt es sich dabei um die drei Klassiker der Wohlstandsgesellschaft: zu wenig Bewegung, Übergewicht oder eine einseitige, falsche Ernährung. Hinzu kommen die altersbedingten Abnutzungserscheinungen.
Die Abnutzungen machen sich typischerweise an den Bandscheiben, den Wirbelgelenken und den Bänderstrukturen der Wirbel bemerkbar. Daraus erstehen dann Erkrankungen im LWS Bereich, wie:

  • Bandscheibenvorwölbung
  • Bandscheibenvorfall
  • Funktionsstörungen der Bänder
  • Störungen an den Wirbelgelenken
  • Knochenanbauten, -Veränderungen (Wülste, zackige Ränder, etc.)

Oft sind häufige Muskelverspannungen im Lendenwirbelbereich oder Ischiasbeschwerden typische Alarmsignale. Wenn hier nur oberflächlich mit Schmerztabletten oder Lokalanästhesien reagiert, riskiert ernsthafte Schäden an den Strukturen.

Welche Überbelastungen Schmerzen im unteren Rückenbereich auslösen können

Als Überbelastung wirkt auf die Stabilität der Wirbelsäule, besonders auf den am meisten beanspruchten Lendenwirbelbereich, jedes „zu schwer“, „zu lange“, „zu plötzlich“. Was verbirgt sich dahinter?

Am einfachsten zu diagnostizieren und zu behandeln ist eine plötzliche, falsche Bewegung. Meistens ist es eine kombinierte Dreh- und Hebebewegung, die sofort mit einem heftigen Schmerz beantwortet wird. Mit einigen An- und Entspannungsübungen lässt der Schmerz in den meisten Fällen schnell nach. Im schlimmsten Fall hat sich etwas verrenkt oder ein eingeklemmter Nerv lässt sich nicht befreien.

Zu schwer für die Statik der Wirbelsäule kann auch das eigene Körpergewicht werden. Ebenso zu schwere Lasten, Lasten die falsch gehoben werden oder einfach zu häufig und zu lange.

Sehr weit verbreitet ist eine Überbelastung durch stundenlange, ungesunde Haltungen am PC, vor dem Fernseher oder am Arbeitsplatz (alle sitzende Tätigkeiten, wie am Schreibtisch oder im Auto). Die Muskeln werden dabei an ihrer natürlichen Arbeit von An- und Entspannung gehindert, sie werden dadurch unterversorgt, bilden sich zurück oder einseitig aus. Es kommt häufig zu Verspannungsschmerzen und im weiteren Verlauf zu ernsthaften Störungen an der Wirbelsäule.

Rückenschmerzen im unteren Bereich, die Diagnose

Viele spezifische, wie unspezifische Rückenleiden entstehen im Bereich der Lendenwirbelsäule, des Kreuzbeins und des Steißbeins. Daher ist umgangssprachlich auch oft von Kreuzschmerzen die Rede. Die Ursachen dafür lassen sich grob in drei Gruppen einteilen, die aber oft miteinander verwoben sind.

Schmerzen im unteren Rücken durch Muskelverspannungen

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Im Lendenbereich kommt es am häufigsten zu Muskelverspannungen durch Fehlhaltung und Bewegungslosigkeit im Alltag. Auch Schwangerschaft, einseitige Belastungen und psycho-soziale Probleme setzen sich hauptsächlich in der Lendenwirbelsäule als Muskel Verspannungen und Verhärtungen fest. Die Schmerzen können sowohl schleichend entstehen als auch plötzlich einschießen. Nicht selten sind sie so stark, dass eine ernste Erkrankung dahinter vermutet wird. Was sich zum Glück in den meisten Fällen nicht bestätigt.

Die Schmerzen lassen sich normalerweise durch vorsichtige Dehnübungen und Wärme in wenigen Tagen gut in den Griff bekommen. Wenn ein starker Schmerz im unteren Rücken einschießt, dann spricht man landläufig von einem Hexenschuss, in der Medizin von einem Lumbago oder einer akute Lumbalgie. Der Hexenschuss ist im Lendenwirbelbereich, Kreuzbein lokalisiert. Dafür können unterschiedliche Ursachen in Frage kommen. Im Bereich der Muskeln können es Muskelspasmen sein. Durch eine ruckartige Bewegung (Husten, Heben, Drehbewegung) verhärtet sich der Muskel plötzlich und ist nicht mehr in der Lage, sich zu entspannen.

Wirbelstrukturen (Knochen, Gelenke, Bänder, Bandscheiben)

Auch hier ist es im Lendenwirbel-,-Kreuzbeinbereich wieder der Hexenschuss als das häufigste Symptom. Die plötzlich einschießenden Schmerzen können durch die Blockierung eines Lendenwirbels oder des Kreuz-Darmbein-Gelenks hervorgerufen werden. Auch der oft genannte Bandscheibenvorfall, zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel (L4/L5) oder dem 5. Lendenwirbel und dem 1. Kreuzbeinwirbel (L5/S1), gehört in diese Kategorie. Besonders wenn die Schmerzen ins Bein ausstrahlen und von Symptomen wie

  • Kribbeln,
  • Taubheitsgefühle oder
  • Lähmungserscheinungen

begleitet werden, kann ein lumbaler Bandscheibenvorfall vorliegen.

Nerven

Drücken Muskelstrukturen, Bänder oder Bandscheiben auf Nerven oder Nervenwurzeln kommt es in den meisten Fällen zusätzlich auch zu Missempfindungen in den Gliedmaßen. Wird der große Ischiasnerv eingeklemmt, zum Beispiel durch einen Bandscheibenvorfall, spricht man von einer Ischialumbalgie. Der Schmerz kann sich durch das Becken hindurch bis zur Ferse ziehen. Die Nerven können durch verhärtete Muskeln, blockierte Wirbel oder eben durch eine Bandscheibenvorwölbung bzw. einen Bandscheibenvorfall eingeklemmt werden.

Was tun bei Rückenschmerzen im unteren Bereich?

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Bei plötzlich auftretenden Schmerzen im unteren Rückenbereich, muss nicht immer gleich das Schlimmste befürchtet werden. In den allermeisten Fällen sind es Verspannungen oder Blockaden, die sich mit Bewegung und etwas Geduld von allein wieder lösen. Doch sind sie durchaus als Vorwarnung dafür zu sehen, dass die Haltung oder die Bewegungsabläufe, bzw. die Bewegungsarmut, im Alltag dem Rücken zusetzen. Spätestens jetzt sollte man den Rücken mit einem regelmäßigen, stärkenden Übungsprogramm bei seiner täglichen Arbeit unterstützen.

Red Flags: Auf jeden Fall eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, wenn die Schmerzen begleitet werden von

  • Taubheitsgefühlen
  • Kribbeln
  • Schwäche
  • Lähmungserscheinungen
  • Harn- und/ oder Stuhlinkontinenz

Werden die Rückenschmerzen im unteren Bereich von Schmerzen im Bauch oder Unterleib begleitet und treten andere Krankheitszeichen auf wie Fieber, Übelkeit oder Schwindel, können auch internistische oder gynäkologische Ursachen die Auslöser sein.

Lendenwirbelsäulensyndrome (LWS Syndrom) erklärt

Schmerzen im Rücken treten mit Abstand am häufigsten im unteren Rückenbereich auf. Eine Reihe von Symptomen werden hier, ähnlich wie für den Halswirbelbereich, als Lendenwirbelsäulensyndrom (LWS Syndrom) (weiterführende Informationen) zusammengefasst.

Charakteristisch für ein LWS Syndrom sind also lediglich Schmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich. Die Bezeichnung gibt keinerlei Hinweise auf die jeweiligen Ursachen. Medizinisch werden die Symptome noch einmal in akut und chronisch eingeteilt. Örtlich zählen dazu Beschwerden zwischen dem letzten Brustbeinwirbel bis über das Steißbein, beidseitig in den Oberschenkelschaft hinein. Die Beschwerden eines LWS Syndroms können von unterschiedlichen Erkrankungen ausgelöst werden. Faktoren wie Stress spielen dabei ebenso eine Rolle, wie durch Osteoporose ausgelöste Beschwerden.

  • Bandscheibenvorwölbungen,
  • Bandscheibenvorfälle,
  • Morbus Bechterew oder
  • Arthritis,

all diese Krankheiten können sich beim Menschen zunächst als LWS Syndrom bemerkbar machen. Eine zeitnahe ärztlichen Diagnose ist bei einem LWS Syndrom für eine ursächliche Therapie wichtig. Mit anderen Worten, als Patient sollte man sich auf keinen Fall mit der Diagnose „LWS Syndrom“ zufriedengeben. Weil es ganz gut klingt, wird dieser Begriff von ärztlicher Seite tatsächlich hin und wieder als „Verlegenheitsdiagnose“ verwendet.

Welcher Arzt hilft bei Rückenschmerzen im Lendenbereich?

Der erste Gang bei einem länger anhaltenden Rückenschmerz im unteren Wirbelsäulenbereich wird der Hausarzt oder die Hausärztin sein. Wer bereits eine gute orthopädische, physiotherapeutische Adresse hat, wird sich direkt dorthin begeben.

Wenn die Ursache erst einmal geklärt ist, oder aber nicht geklärt werden kann, kommen eventuell weitere medizinische Fachrichtungen in Frage, wie die Neurologie, die Onkologie oder internistische Abteilungen. Je nach Therapie kann es weiter gehen zu einem Schmerztherapeuten, zur Osteopathin oder in eine psychotherapeutische Praxis. Auch können hormonelle Faktoren im Körper dazu führen, dass Frauen bei Rückenschmerzen im Lendenbereich in einer gynäkologischen Praxis Hilfe finden.

In 5 Schritten gegen akute Schmerzen im unteren Rücken

Eine Schädigung oder Einengung des Ischiasnerves führt zu heftigen Schmerzen, die vom unteren Rücken, durch das Gesäß bis ins Bein hineinziehen können. Um den starken Schmerz zu lindern, gibt es fünf Soforthilfe-Maßnahmen. Sie sorgen dafür, dass sich die Wirbelsäule dehnen und lockern kann:

  1. Umgekehrt auf einen Stuhl sitzen, zwischen Bauch und Lehne ein Kissen klemmen und sich dort anlehnen.
  2. Zwischen zwei Tischen, mit den Händen aufstützen, die Beine hochziehen und die Wirbelsäule hängen lassen.
  3. Stufenlagerung: Dafür rücklings auf eine harte Unterlage legen und die Unterschenkel im 90° Winkel hoch lagern.
  4. Kutschersitz: Entspannt, breitbeinig hinsetzen, die Ellenbogen auf die Oberschenkel stützen, den Oberkörper locker nach vorn hängen lassen.
  5. Ein möglichst heißes Vollbad. Wärme auf die schmerzenden Bereiche (Wärmedecke, -kissen)

Zusammenfassung

Schmerzen im unteren Rückenbereich sind besonders häufig, die Ursachen vielfältig. Meist sind Überbelastung, Bewegungsmangel und Verspannungen ursächlich. Aber auch Verletzungen, Bandscheiben-Abnutzungen und Entzündungen können Schmerzen verursachen. Dauern die Schmerzen an, sollte ein Arzt konsultiert werden.


Experteninterview: Dr. med Oliver Oetke

Dr. med Oliver Oetke im Interview

Hallo Herr Dr. Oetke. Vielen Dank, dass Sie sich für ein Interview zur Verfügung stellen. Wenn Sie sich sich vielleicht kurz meinen Lesern vorstellen würden, wer Sie sind und in welchem Bereich Sie tätig sind.

Ich bin seit 2007 Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. In meiner Praxis in München habe ich mich besonders auf die Wirbelsäulentherapie spezialisiert und bin somit in der Lage, sowohl konservative Maßnahmen als auch operative Eingriffe durchzuführen. Reichen die konservativen Maßnahmen nicht aus, greife ich auf hochmoderne minimal-invasive und bei Bedarf auch auf offene chirurgische Techniken zurück, um meinen Patienten die Schmerzen so weit möglich zu nehmen.

Viele meiner Leser sind geplagt von Rückenschmerzen. Was sind Ihre Erfahrungen bezüglich Ursachen auf diesem Gebiet? Welche Ursachen für Rückenschmerzen begegnen Ihnen auf häufigsten?

Zumeist entstehen Rückenschmerzen durch Bewegungsmangel in Kombination mit einer falschen Haltung. Stellen Sie sich die Bandscheiben zwischen den Wirbeln als eine Art Schwamm vor. Nur wenn dieser Schwamm intakt ist und mit Nährstoffen versorgt wird, kann das Aufeinandertreffen von zwei Wirbeln verhindert werden. Durch Bewegung werden die Bandscheiben in stetem Wechsel zusammengedrückt und ausgedehnt. Auf diese Art können die frischen Nährstoffe einströmen bzw. abgegeben werden. Wer sich kaum bewegt und noch dazu acht Stunden täglich vor einem Bildschirm kauert, macht dem Rücken keine Freude. Denn zusätzlich zu den vernachlässigten Bandscheiben treten dann Verspannungen auf.

Natürlich gibt es daneben auch häufig plötzliche Verspannungen, etwa den berühmten Hexenschuss. Dieser entsteht meist durch eine unbedachte Bewegung oder nicht rückengerechtes Heben. Die Muskeln eines trainierten Rumpfes schützen die Wirbel sowie die Bandscheiben, da die Krafteinwirkung beim Heben nicht allein vom Skelett getragen werden muss. Auf den Großteil der Rückenprobleme ist daher die Antwort: Mehr Sport!

Laut meiner Erfahrung sind Bewegungsmangel, Fehlhaltungen und Stress die Hauptursachen für Rückenschmerzen. Diese führen zu Verspannungen des Rückens und in der Folge zu Rückenschmerzen. Wie können Menschen diesen Problemen am besten entgegenwirken?

Wie bereits erwähnt, ist Sport ein wichtiger Faktor, wenn es um die Frage nach einem gesunden Rücken geht. Insbesondere nach stressigen Arbeitstagen, an denen sich die Anspannung in der Nackenmuskulatur festsetzt, ist ein Ausgleich wichtig. Sportliche Personen können sich etwa an leichtes Joggen wagen. Denn dies fördert die Durchblutung und die leichten Erschütterungen können verspannte Muskeln „lockerschütteln“. Ein zügiger Spaziergang ist jedoch ebenso zu empfehlen. Komplette Bettruhe ist hingegen der falsche Ansatz. Um vorzubeugen, sollten Sie sportlicher Aktivität einen festen Termin in Ihrem Tagesablauf einräumen. Vielen Menschen hilft es zudem, gemeinsam zu trainieren, denn wer eine Verabredung zum Sport hat, den hält der Schweinehund weniger leicht auf dem Sofa.

Durch immer weniger Bewegung, auch am Arbeitsplatz, treten vor allem bei Büroarbeitern Rückenschmerzen gehäuft auf. Was können Menschen mit sitzenden Tätigkeiten einfach in ihren Büro-Alltag integrieren um Rückenschmerzen zu minimieren?

Fehlhaltungen entgegenzuwirken kann mithilfe der richtigen Büromöbel gelingen. Der Schreibtisch ist im besten Fall höhenverstellbar, der Bildschirm mittig vor den Augen. Zudem sollte der Bürostuhl ausreichend Sitzfläche bieten und ebenfalls in der Höhe regulierbar sein, damit die Füße gut auf dem
Boden stehen können. Alle Stunde eine Runde durch das Büro zu drehen oder leichte Dehn- und Streckübungen zu machen, beugt Verspannungen ebenfalls vor. Hier eignet sich etwa Schulter-, Kopfkreisen oder „Äpfel pflücken“, ebenso wie das gezielte Zurücknehmen der Schultern.
Ich lasse hier nicht nur Ärzte, sondern Therapeuten und Osteopathen zu Wort kommen, die gerne auch eine Lanze für ihren Berufsstand brechen. Sind Orthopäden bei Rückenschmerzen in Ihren Augen Ansprechpartner Nummer 1 oder empfehlen Sie auch die Hilfe anderer medizinischer Dienstleister?

Der Orthopäde ist zunächst der erste Ansprechpartner. Anhand einer gezielten klinischen Untersuchung mit begleitender bildgebender Diagnostik (Ultraschall, Röntgen und MRT) kann mit hoher Wahrscheinlichkeit eine weitgehend sichere Arbeitsdiagnose gestellt werden. Hierdurch wird ein individuell angepasster Behandlungsplan für den Patienten erstellt, welcher vielfach ergänzend eine begleitende Physiotherapie und/oder Osteopathie beinhaltet. Zumeist steht aber primär eine gezielte Schmerztherapie im Vordergrund, die in vielen Fällen nur der Orthopäde oder Wirbelsäulenspezialist durchführen kann.

Sie sind Leiter des Orthospinum in München. Vielleicht möchten Sie noch ein paar Worte darüber verlieren, an welche Patienten Sie sich mit Ihrer Praxis hauptsächlich wenden und welche Behandlungsmöglichkeiten Sie dort für Rückenschmerzpatienten anbieten?

Das Orthospinum München ist auf die Behandlung von Rückenbeschwerden spezialisiert. Natürlich behandeln wir aber auch Patienten, die mit orthopädischen Beschwerden jeglicher Art zu uns kommen. Wir verfolgen dabei immer den Ansatz, zunächst alle konservativen Möglichkeiten auszuschöpfen. Hierzu zählen etwa eine individuell abgestimmte Schmerztherapie oder die Verschreibung von Krankengymnastik. Sollten dennoch operative Maßnahmen notwendig werden, sind wir auch dafür gewappnet. Hierbei arbeite ich wenn möglich stets minimal-invasiv. Dank moderner Behandlungsverfahren können auf diesem Wege schonende Bandscheiben-Operationen, eine Erweiterung des Wirbelkanals oder sogar Stabilisierungen durchgeführt werden.

Zum Schluss haben Sie noch die Möglichkeit meinen Lesern ein oder zwei einfache Tricks mitzugeben, mit denen sie Rückenschmerzen aus ihrem Leben verbannen können. Hausmittel und Übungen sind hier immer gerne gelesen.

Bewegung ist immer gut, selbst, wenn leichte Rückenschmerzen bestehen. Beginnen Sie mit leichten Dehnübungen, falls Ihr Bewegungsradius eingeschränkt ist. Daneben hilft Wärme bei muskulären Beschwerden. Kombinieren lassen sich diese beiden Faktoren, indem Sie ein selbstklebendes Wärmepflaster auf den entsprechenden Bereich aufbringen und anschließend leichten Sportarten nachgehen. Bei Beschwerden im Lendenwirbelbereich kann eine Stufenbettlagerung für Entlastung und Entspannung sorgen. Dabei liegt der Patient entspannt auf dem Rücken und legt die Unterschenkel so auf einem Stuhl ab, dass sich im Knie ein neunzig Grad Winkel ergibt. Bei Bedarf kann auch kurzzeitig ein entzündungshemmendes und schmerzlinderndes Medikament als Tablette, Tropfen oder Zäpfchen eingenommen werden.

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